www.soft-skills.com » Kreativität als Soft Skill im Soft Skills Würfel von André Moritz

Kreativität als Soft Skill im Soft Skills Würfel von André Moritz

Kreativität im Soft Skills Würfel von André Moritz (© www.soft-skills.com)

Kreativ Lösungen finden und entwickeln

Kreativität ist als Soft Skill die Fähigkeit, gute und möglichst neuartige Lösungen für Probleme zu entwickeln. Diese Fähigkeit beinhaltet dabei mit folgenden Fähigkeiten und Eigenschaften, die im Soft Skills Würfel unter dem Begriff Kreativität subsumiert werden: Innovationsbereitschaft, Innovationsfähigkeit, Problemlösungsvermögen, Wandelkompetenz und zu einem gewissen Bedeutungsteil auch (geistige) Flexibilität.

Kreativ, kreativer, am kreativsten…

Kreativität setzt sich als persönliche Eigenschaft aus verschiedenen Teilen zusammen, deren Gewichtung sehr unterschiedlich sein kann. Es gibt Menschen, die sind oder scheinen zumindest von Natur aus „kreativ“, d.h. Sie haben ständig neue Ideen, probieren, entwerfen, verwerfen und probieren neu.

Wer an Wirksamkeit allgemein und wirtschaftlicher Effektivität und Effizienz interessiert ist, wird Kreativität immer an Ergebnissen messen. Kreativität als Selbstzweck, Quelle für Selbstwert, Selbstbewusstsein und Selbstidentifikation mag zwar vielen „Kreativen“ genau das Richtige sein – letztlich ist im gesamtgesellschaftlichen Sinn aber Kreativität nur ein Mittel zum Zweck, nämlich dem Ziel: Ergebnisse zu schaffen. Was ist ein kreativer Künstler, der keine Ergebnisse bringt, der keine Produkte erstellt, die er der Öffentlichkeit zugänglich machen kann?

Um Kreativität entbrennt oft ein heißer Streit; weniger zwischen den „Kreativen“ oder oftmals „Möchte-gern-Kreativen“ und „Pseudo-Kreativen“, sondern vielmehr zwischen diesen und den kühlen Rationalisten, den kalten Kapitalisten und den Zahlenfetischisten, die in Werbeagenturen, Verlagen, Multimedia-Häusern etc. nur auf Umsätze, Margen und Gewinne schauen. So herrscht oftmals auch ein verklärtes Bild von Kreativität, dass Kreativität zwangsläufig mit Chaos und Unordnung einhergehe oder gar einhergehen müsse. Verklärtes, romantisches Bild vom Kreativsein?Dieses verklärte Bild ist in fast allen Fällen falsch. Wer genauer prüft, wird häufig feststellen, dass jeder erfolgreiche Kreative sehr wohl eine gewisse Arbeitsmethodik hat. Diese Arbeitsmethodik mus nicht zwingend den oftmals generalisierten und für allgemeingültig erklärten Techniken und Arbeitsmethoden entsprechen. Dennoch arbeitet der wirksame Kreative, der Kreative, der vorzeigbare Ergebnisse schafft, fast immer methodisch und auf eine persönliche Weise diszipliniert.

Talent, Techniken, EinstellungKreativität ist nicht nur Talent, sondern zu einem Teil auch Einstellungssache und zu einem noch größeren Teil eine Frage der Techniken und Methoden. So gesehen lässt sich Kreativität als Soft Skill wie bei allen anderen Soft Skills auch auf einer mentalen Ebene bearbeiten / trainieren, auf einer Ebene der Erklärungsmodelle und Konzepte und auf einer Ebene der Methoden und Techniken.

Auf der mentalen Ebene geht es um die eigene Einstellung zu Kreativität und den „Kreativen“ und der „Kreativitätsbranche“, um die eigene Veränderungsbereitschaft und geistige Flexibilität und um den Mut zu ungewöhnlichen Ansätzen.

Auf der Ebene der Modelle ist vor allem das Wissen um für Kreativität förderliche Faktoren und Kreativitätshemmer vermittelbar und lernbar, aber auch zum Beispiel die Kenntnis verschiedener „Kreativitätstypen“ von Menschen die Konsequenzen derer Eigenheiten in der täglichen Zusammenarbeit.

Kreativität ist erlernbar und trainierbar.

Wer nicht von Hause aus vor innovativen Ideen sprüht – und das trifft für den durchschnittlichen Menschen so gut wie immer zu und auf diese Menschen kommt es bereits aufgrund ihrer schieren Masse im Gesamtergebnis an – wer nicht von Hause aus besonders talentiert hinsichtlich kreativen Denkens und kreativer Ideen ist, für den kommen die vielen verfügbaren Kreativitätstechniken auf der Ebene der Methoden gerade richtig. Ob Brainstorming, Mindmapping, ob 635-Methode, Denkstühle nach Disney, die Methode der Denkhüte, ob Bionik, Synektik, morphologischer Kasten und viele mehr: Kreativität bezogen auf Ergebnisse ist erlernbar, und Kreativitätstechniken sind der passende Schlüssel dazu.

Vorteile und Nutzen des Trainings von Kreativität

  • Sie sind öfter in der Lage, Lösungen für Probleme zu finden, für die es bisher keine Lösung gab oder aber sie finden bisher eine noch nicht etablierte Lösung, die den vorhandenen Lösungen vollständig oder in relevanten Bereichen voraus ist.
  • Sie erzeugen in einem kreativen Prozess neue Lösungen, d.h. Innovationen. Dies ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil und oftmals überhaupt Bedingung, um in einem bestehenden Markt mit hoher Konkurrenz wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben.
  • Sie sind auch bei begrenzten Ressourcen in der Lage, eine tragfähige Lösung zu entwickeln und holen aus den vorhandenen Mitteln das Maximale heraus.
  • Sie schaffen Ergebnisse, die für sich aufgrund ihrer Einzigartigkeit einen Wert haben (z.B. Kunst).
  • Sie könne alte Probleme und Aufgaben in einem neuen Licht angehen, wenn Sie Ihre Einstellung zu den Problem und möglichen Lösungen verändert haben.
  • Sie sind seltener orientierungslos und ohne Ideen, da Sie über ein Repertoire von Kreativitätstechniken verfügen, auf das Sie in solchen Situationen zurückgreifen können.

Einordnung von Kreativität im Soft Skills Würfel

Kreativität ist als Soft Skill im Soft Skills Würfel an der Schnittstelle folgender Kompetenfelder positioniert:

Diese Einordnung in den Bereich der mentalen Kompetenz spiegelt wieder, dass Kreativität als Soft Skills zu einem bedeutenden Teil aus emotionalen und psychischen Aspekten besteht, z.B. der Bereitschaft, herkömmliche Lösungen und Prozesse zu hinterfragen, der Neugierde und Offenheit für ungewöhnliche Lösungen und Innovationen und dem Mut zu Veränderungen und Risiken. Dazu gehört auch eine hohe Fehlertoleranz und fehlende Angst, etwas falsch zu machen.

Zusätzlich ist Kreativität als Soft Skill ein Bestandteil des übergeordneten Kompetenzfeldes „Umsetzungskompetenz“, da Handeln häufig im beruflichen Kontext häufig Problemlösen ist und das Lösen von Problemen neben Analysen auch Ideen und Entscheidungen benötigt. Für das Sammeln von Ideen und das Entwerfen von Lösungskonzepten ist Kreativität mindestens hilfreich, oftmals sogar elementar notwendig.

Zitate rund um Kreativität

„Innovate, don’t imitate“ Werbespruch der Firma Hugo Boss


„Beständig ist allein der Wandel“ Volksweisheit


„Der menschliche Geist gleicht einem Fallschirm; er kann nur funktionieren, wenn er offen ist.“ Franscis Picabia

Mehr zu Kreativität und Kreativitätstechniken auf www.soft-skills.com:

Morphologischer Kasten / Zwicky-Box als Kreativitätstechnik

Morphologischer Kasten / Zwicky-Box / Morphologische Analyse: Beispiele (Screenshot Google Bildersuche)

Manchmal kommt man bei einem bestimmten Problem einfach nicht weiter. Die Kreativitätstechnik „Morphologischer Kasten“ (auch bekannt als „morphologische Analyse“ oder „Zwicky-Box“), will hier eines von verschiedenen Mitteln zur Lösungssuche und Lösungsfindung sein. Wie das funktioniert? …

Brainstorming von A-Z ⚡ Methoden, Online-/Tools, Ablauf

Brainstorming von A-Z | Methoden, Online-Tools, Mindmapping-Software, Ablauf und Regeln (© Robert Kneschke / Fotolia)

Brainstorming als Kreativitätstechnik im 21. Jahrhundert
Per Definition ist das Brainstorming eine intuitiv-assoziative Kreativitätstechnik, die hauptsächlich zur Ideenfindung bei Problemlösungsprozessen eingesetzt wird. In diesem Sinne ist es Bestandteil des Creative Problem Solving (CPS). Neue Produkte erdenken, …

Buchtipp: Kreativitätstechniken (Taschenguide)

Buch: Kreativitätstechniken (Taschenguide) von Matthias Nöllke

Was für ein kleines und doch mächtiges Buch, dieser Kreativitätstechniken Taschenguide… – „nur“ rund 120 Seiten, und davon sicherlich rund 30 Seiten eher „Allgemeinheiten“. Dann geht es mit „der kreative Prozess“ schon etwas mehr zur …

Denkstühle nach Walt Disney

Denkstühle nach Walt Disney: Träumer, Realist, Kritiker (© kirill_ / Fotolia)

Der Träumer, der Realist, der Kritiker
Eine von Walt Disney praktizierte Kreativitätstechnik, die auch durch seine Berühmtheit und verschiedene Biographien bekannt wurde, sind die „Drei Denkstühle„. Walt Disney nutzte drei Stühle für drei verschiedene Rollen im …

Mindmapping: Mindmaps als Gedankenlandkarten nutzen

Mindmapping: Anlegen von Mindmaps (© thingamajiggs / Fotolia)

Mindmaps nutzen und lieben!
Mindmapping ist eine äußerst wirksame und von vielen Menschen mit Begeisterung genutzte Kreativitätstechnik, die auf den Kreativitätsforscher Tony Buzan zurückgeht. Es handelt sich um eine Notiz- und Merktechnik, die gut geeignet ist, …

Brainstorming: Regeln für erfolgreiches Brainstormen

Brainstorm: Mit den richtigen Brainstorming Regeln (© (sellingpix / Fotolia)

Regeln für erfolgreiches Brainstorming
Brainstorming ist die wohl bekannteste Kreativitätstechnik, die in vielen Bereichen zum Sammeln von Ideen, Vorschlägen und Lösungsansätzen genutzt wird. Sie wurde vom amerikanischen Werbeforscher O.F. Osborn „erfunden“, der für ihre Durchführung einige …

Kreativitätshemmer: Wie Kreativität gezielt sabotiert wird

Kreativitätshemmer / Brett vor dem Kopf haben (© Coloures-pic / Fotolia)

Kreativität und das Finden kreativer Ideen und Lösungen können durch eine Reihe von Faktoren behindert werden. Diese Faktoren zu kennen ist die Grundlage, sie aktiv zu vermeiden bzw. zu beseitigen. Ein typischer Kreativitätshemmer ist die …

Kreativitätsförderer: Welche Rahmenbedingungen fördern Kreativität?

Kreativitätsförderer: Welche Rahmenbedingungen fördern Kreativität? (© leremy / Fotolia)

Förderliche Rahmenbedingungen für kreative Ideen
Kreativität als Soft Skills hat als Eigenschaft zum Teil mit Talent zu tun, zum Teil mit Einstellungen, Haltungen und Glaubenssätzen. Ein anderer Aspekt sind die Rahmenbedingungen, das Umfeld für Kreativität. So …

Schlagworte: ,