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Konfliktkompetenz als Soft Skill im Kompetenzfeld „Soziale Kompetenz“ des Soft Skills Würfels

Konfliktkompetenz als Soft Skill im Kompetenzfeld "Soziale Kompetenz" des Soft Skills Würfels

Konfliktmanagement, Konfliktlösung und Mediation

Konfliktkompetenz ist die Bereitschaft und Fähigkeit, (erfolgreich) mit unterschiedlichen Konflikten umzugehen. Dazu gehört einerseits die Fähigkeit, Konflikte zu erkennen, zu analysieren, zu steuern und zu lösen. Andererseits impliziert Konfliktkompetenz die Bereitschaft, Konflikte zuzulassen, auszutragen und auch als Chance zu verstehen sowie die häufig für die Konfliktlösung notwendige Kompromissbereitschaft.

Konflikte sind normale Bestandteile in jeder Organisation. Die Konfliktkompetenz und Qualität der Führung entscheidet darüber, wie erfolgreich Konflikte erkannt, analysiert und auch gelöst werden. Wer offen und konstruktiv mit Konflikten umgeht, trägt sehr dazu bei, vorhandene Spannungspotentiale gewinnbringend zu nutzen. Konfliktmanagement als „Tätigkeit“ und Konfliktkompetenz als Soft Skill lassen sich wie bei allen Soft Skills auf drei unterschiedlichen Ebenen betrachten und trainineren.

  • Auf der mentalen Ebene geht es um nützliche Einstellungen zu Konflikten allgemein. Hier sind die o.g. Aspekte entscheidend, d.h. Konflikte zuzulassen, diese als Chance für Verbesserungen und Lernen aufzufassen aber auch mentale Einstellungen wie „Die Lösung liegt bei mir selbst“ oder „Ich habe das Problem“ zu etablieren, welche eine effizientere Konfliktlösung ermöglichen, da vor allen Dingen größere Konflikteskalationen vermieden werden können.
  • Auf der Ebene der Konzepte und Erklärungsmodelle geht es im Rahmen von Konfliktmanagement und Konfliktkompetenz u.a. um
    • das Verständnis von so genannten heißen und kalten Konflikten, deren Besonderheiten und Konsequenzen,
    • um verbreitete Konfliktursachen, um das Verständnis verschiedener Konfliktebenen,
    • das Erkennen von Frühwarnzeichen für Konflikte und
    • allgemein Merkmale von Konflikten und Merkmale von Konfliktkompetenz.
    • Weiter geht es mit Konfliktlösungsstilen und Konfliktlösungsstrategien,
    • den damit eng verbundenen Konflikttypen von Menschen,
    • dem Wissen um Gesprächsstörer,
    • Reaktanz und Reaktanzvermeidung sowie
    • einigen Basismodellen wie dem der Transaktionsanalyse,
    • dem Sender-Empfänger-Modell,
    • den Vier Seiten einer Nachricht und
    • dem „Rollenkarussel“ aus Verfolger, Opfer und Retter u.v.a.m.
  • Auf der Ebene der Methoden geht es im Umfeld von Konfliktmanagement vor allem um
    • Kommunikationstechniken, welche eine Eskalation von Konflikten verhindern und zudem unterstützen, dass emotional geladenen Konfliktpartner möglichst schnell wieder sachlich(er) werden und konstruktiv auf eine Lösung des jeweiligen Konflikts hinarbeiten. Dazu gehört u.a. das Dissozieren (gezielt mental Distanz verschaffen), das Senden von Ich-bezogenen Aussagen (Ich-Botschaften) statt provozierender Du-Angriffe, die richtigen Fragen auf die richtige Weise zu stellen (z.B. über Wozu-Fragen) sowie Methoden zur Verdeutlichung und dem Verständnis unterschiedlicher Weltbilder, Glaubenssätze und Wertesysteme (z.B. die dreifache Beschreibung der Realität).
    • Die Nutzung von Konflikt- und Eskalationsregeln, gezielte Perspektivenwechsel, die „scholastische Disputation“ und die Anwendung des „Als-ob-Rahmens“ sind weitere Methoden, die zur Steigerung individueller Konfliktkompetenz vermitteln werden können.
Heftiger Disput: Konfliktkompetenz sieht anders aus (© ArTo / Fotolia)

Heftiger Disput: Konfliktkompetenz sieht anders aus (© ArTo / Fotolia)

Nutzen des Trainings von Konfliktkompetenz

  • Sie können Aufgaben erledigen, Ziele realisieren und Lösungen für Probleme finden, selbst wenn es beharrliche Konflikte auf Beziehungs- oder Sachebene gibt (vgl. Beziehungsohr). Konflikte hindern Sie nicht länger (oder zumindest seltener) am Erreichen Ihrer Ziele
  • Sie sind in der Lage, in Konflikten zu vermitteln und deren Lösung zu forcieren, um so Hindernisse für die Realisierung gewünschter Aktivitäten aus dem Weg zu räumen.
  • Sie sind in der Lage, Ihre Beziehungen und auftretende Auseinandersetzungen konstruktiv zu gestalten und fördern so ein harmonisches und zufriedenstellendes Miteinander.
  • Als Führungskraft führen Sie typische Mitarbeiterkonfliktgespräche wie Fehlzeitengespräche, Kompetenzstreitigkeiten oder Mitarbeitergespräche bzgl. Mobbing lösungsorientiert und konstruktiv.
  • Sie können konfliktäre Energie in konstruktive Energie umwandeln und das Spannungspotential von Konflikten konstruktiv in Lösungen lenken statt destruktiv zu verhindern, zu blockieren und zu lamentieren.
  • Sie beginnen mehr und mehr niederlagenfreies Konfliktmanagement zu betreiben.
  • Sie durchbrechen kontraproduktive Kreisläufer in der Kommunikation, indem Sie z.B. statt Schuldzuweisungen Ich-Botschaften senden.
  • Sie kennen typische Ursachen für die Entstehung von Konflikten, typische Konfliktverläufe und verschiedene Interventionsmöglichkeiten.
  • Sie sind in der Lage, Frühwarnsysteme für Konflikte in Ihrem Umfeld zu entwerfen oder Konflikte intuitiv früh zu erkennen und früh zu behandeln.

Einordnung von Konfliktkompetenz

Konfliktkompetenz ist als Soft Skill in meinem Soft Skills Würfel Bestandteil der folgenden Kompetenzfelder:

Die Einordnung zur Kommunikationskompetenz erfolgt, da gerade Konfliktmanagement sehr viel mit angemessener, diplomatischer und einfühlsamer Kommunikation zu tun hat, mit Takt, verbalem Geschick, Rhetorik und auch Überzeugungsvermögen. Konflikte erfordern, wenn ihre Bewältigung aktiv angegangen werden soll, fast immer Kommunikation, denn nur in wenigen Fällen lässt sich ein Konflikt auf nonverbaler Ebene durch ein Lächeln, einen versöhnenden Handschlag oder im anderen Extrem durch eine gewalttätige Auseinandersetzung lösen.

Die Einordnung in den Bereich der Sozialkompetenz erfolgt, da früher oder später jede soziale Interaktion in Form von Zusammenarbeit oder Zusammenleben zu mehr oder weniger schwerwiegenden Konflikten führt. Es liegt in der Natur der Sache, dass Konflikte entstehen, sobald Menschen aufeinander treffen, da unterschiedliche Menschen in der Regel unterschiedliche und teils auch sich widersprechende oder ausschließende Interessen verfolgen. Diese Interessenkonflikte zu behandeln, zu lösen oder zumindest einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiss zu finden – das macht erfolgreiches Konfliktmanagement aus und erfordert die Soft Skill Konfliktkompetenz als Teildisziplin von Sozialer Kompetenz.

Die Schnittmenge zum Kompetenzfeld Führungskompetenz ergibt sich für die Soft Skill Konfliktkompetenz vor allen Dingen aus der Führungsrolle eines Managers, die in seinem Verantwortungsbereich auftretenden Konflikte selbst zu lösen oder zumindest eine selbstständige, angemessene und zeitnahe Konfliktlösung der Beteiligten sicherzustellen. Da die Führungskraft einerseits qua ihrer Rolle und ihres Status in der Lage ist, Konflikte auch durch eine Entscheidung als Externer/Dritter zu „lösen“, nach der sich die Streitparteien aufgrund der Sanktionsgewalt der Führungskraft richten müssen und die Führungskraft aber auf der anderen Seite auch als „neutraler“ Moderator, Mediator und Coach für die Konfliktparteien auftreten kann – gehört Konfliktkompetenz als Soft Skill auch zum übergeordneten Kompetenzfeld Führungskompetenz.

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Konfliktkompetenz als Soft Skill im Soft Skills Würfel von André Moritz

Konfliktkompetenz als Soft Skill im Soft Skills Würfel von André Moritz (© www.soft-skills.com)

Konfliktmanagement, Konfliktlösung und Mediation
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Zitate rund um Konfliktkompetenz

„Wenn es ein Geheimnis des Erfolgs gibt, so ist es das, den Standpunkt des anderen zu verstehen und die Dinge mit seinen Augen zu sehen.“ (Henry Ford)

„Ein Finger zeigt auf andere, drei auf Sie zurück.“ (Chinesische Weisheit)

Bücher rund um Konfliktmanagement

Konfliktmanagement: Der Begriff Konfliktmanagement beinhaltet eine gewisse Bereitschaft, sich mit Konflikten auseinander zu setzen. Eine professionalisierte Konfliktlösungsfähigkeit umfasst den konstruktiven und überlegten Umgang mit Konflikten. Hierzu gehört auch die Bereitschaft, sich überhaupt auf einen Streit einzulassen, einen Konflikt aktiv zu suchen, eine Streitkultur zu besitzen. (...) Strategien und Techniken im Umgang mit Konflikten beinhalten zwei grundlegend unterschiedliche Herangehensweisen: Sie könnten einerseits als neutraler Moderator eines Konflikts auftreten und für diese Rolle Techniken und Haltungen erlernen. Sie können jedoch auch für Ihren eigenen Umgang mit Konflikten Techniken und Herangehensweisen trainieren.

Gefunden auf Seite 22.

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