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Motivierungsvermögen als Soft Skill im Kompetenzfeld „Mentale Kompetenz“ des Soft Skills Würfels

Motivierungsvermögen als Soft Skill im Kompetenzfeld "Mentale Kompetenz" des Soft Skills Würfels

Eigen- und Fremdmotivierung

Motivierungsvermögen als Soft Skill ist die Fähigkeit, sich selbst und andere zu motivieren, d.h. zu Handlungen anzutreiben. Damit subsumiert diese Soft Skill zwei elementare Fähigkeiten:

  • Selbstmotivierungsvermögen
  • Fremdmotivierungsvermögen

Selbstmotivierungsvermögen bedeutet vor allem, sich selbst und eigene Gefühle zu kennen, zu erkennen, zu verstehen, zu akzeptieren und auch ziel- und lösungsorientiert beeinflussen zu können. Praktisch gehört dazu, sich schnell aus Motivationslöchern zu befreien, indem Sie sich zum Beispiel die Relativität von Problemen und Sorgen in größeren Zusammenhang bewusst macht, kleine und unerwünschte Aufgaben in eine Teil-Ganzes-Beziehung mit einem stärker motivierenden Gesamtziel rückt oder so genannte Separatoren nutzt, um sich aus emotionalen „stuck states“ (festgefahrenen Zuständen) zu befreien. Dazu gehört zum Beispiel auch, sich motivierende Meilensteine und mithin zwischenzeitliche Erfolgserlebnisse in persönlichen Plänen zu setzen, die eigene Lebens- und Arbeitsumgebung wunschgemäß anzupassen, sich physische oder mentale Zielbilder zu schaffen und Konzepte wie „Flow“ oder der „intrinsischen Motivation“ zu verstehen und deren Voraussetzungen zu schaffen und Implikationen im Alltag umzusetzen.

Im Bereich der Fremdmotivation lassen sich viele der genannten Techniken oder Konzepte ebenso nutzen. Hier geht es jedoch vor allem darum, nicht nur sich selbst als Einzelpersonen zu motivieren, sondern zum Beispiel in größeren Gruppen „Commitment„, Motivation, Begeisterung und Enthusiasmus zu gewinnen, vor allen Dingen auch – und insbesondere dort – in virtuellen Teams. Physisch über verschiedene Orte auf dem Erdball verteilte Arbeitsgruppen, Abteilungen und Unternehmen stehen dieser Herausforderung besonders gegenüber bzw. genauer deren Manager. Fremdmotivierungsvermögen hat auch etwas damit zu tun, Leitbilder und Werte wirkungsvoll zu etablieren, die danach dauerhaft auf die Mitarbeiter ausstrahlen. Auf der anderen Seite ist der wirksamste Schlüssel zur Motivierung anderer im beruflichen Rahmen, diesen Aufgaben zuzuteilen, die sie weder über- noch unterfordern, den Fähigkeiten und verfügbaren Ressourcen angemessen und dennoch eine gewisse Herausforderung sind, an der sie wachsen und sich weiter entwickeln können.

Motivierungsvermögen hat auf der Ebene von Selbstmotivierung viel mit mentalen Aspekten und persönlichen Arbeitstechniken zu tun. Auf der Ebene der Fremdmotivierung geht es hingegen mehr um Verständnis und Respekt gegenüber den Wünschen und Sorgen von anderen und um eine überzeugende und authentische Kommunikation bei der Vergabe von Stellen und Aufgaben sowie beim Informieren von Mitarbeitern. Zwischen der Motivation der Mitarbeiter in einer Abteilung und dem Führungsstil des Chefs dieser Abteilung besteht fast immer eine offensichtliche Korrelation, wenn nicht sogar in vielen Fällen eine Ursache-Wirkungsbeziehung unterstellt werden kann.

Wichtige Aspekte auf der mentalen Ebene von Motivierungsvermögen sind Begeisterung und Enthusiasmus, Chance- vs. Risikoorientierung sowie Angst vs. Sicherheit am Arbeitsplatz. Als wichtige Modelle, welche dabei helfen, Motivation als Zustand und Motivierung als Prozess zu verstehen, sind die Maslowsche Bedürfnispyramide, die Differenzierung zwischen primären und sekundären Motiven, das Konzept der so genannten „Hygienefaktoren“ (satisfyers vs. dissatisfyers), das Konzept der „emotionalen Ansteckbarkeit“, die ERG-Theorie von Alderfer sowie häufig diskutierte Aspekte rund um die Zusammenhänge von Über- und Unterforderung sowie Zug vs. Druck im Rahmen von Motivierungsprozessen.

Auch die Unterscheidung von intrinsischer Motivation und extrinsischer Motivation, das Flow-Konzept des amerikanischen Glücksforschers Mihaly Csikszentmihalyi sowie die Belohnungstheorien von Porter und Lawler zählen zu solchen Soft Skills-Bausteinen auf der Ebene der Modelle rund um Motivation und Motivierung.

Wer sich vor allen Dingen mit Methoden und Techniken zur Entwicklung von Motivierungsvermögen auseinandersetzt, stößt früher oder später auf Meilensteine, Imagination, Zielbilder, das Entnominalisieren der Sprache, Pain-to-Power-Charts oder Autosuggestion – um nur einige zu nennen.

Nutzen des Trainings von Motivierungsvermögen

  • Als Führungskraft können Sie ein Team zu Ergebnissen führen, vor allem zu zügig realisierten und qualitativ guten Ergebnissen.
  • Sie können Begeisterung als Grundlage von Spitzenleistungen schaffen.
  • Sie stellen sicher, dass möglichst viele Mitarbeiter und Teammitglieder mit maximalem Einsatz an der Zielerreichung mitwirken, nicht nur die bereits intrinsisch hochmotivierten Leistungsträger.
  • Je höher Ihr Motivierungsvermögen und Ihre Fähigkeit ausgeprägt ist, Begeisterung und Leistungwillen zu wecken, umso eher werden Ihnen Eigenschaften wie „charismatisch“, „motivierend“, „positiv“, „optimistisch“, „zielorientiert“ etc. zugeschrieben, die von den meisten Menschen persönlich und beruflich als wünschenswert angesehen werden.
  • Führungskräfte mit motivierten Teams werden von anderen Führungskräften meist besonders bewundert und als „guter Chef“ wahrgenommen.
  • Der Anstieg „innerer Kündigungen“ wird vermieden, die Mitarbeiter-Fluktuation sinkt und die Personalbeschaffungskosten fallen bzw. steigen nicht mehr.
  • Im Sinne des Selbstmotivierungsvermögens ermöglicht ein gestärktes Motivierungsvermögen, sich über längere Durststrecken bei „Laune und Energie“ zu halten und persönliche und berufliche Ziele trotz widriger Umstände zu realisieren und zwischenzeitliche Rückschläge besser verarbeiten können.

Einordnung Motivierungsvermögen

Motivierungsvermögen als Soft Skill ist Bestandteil der Kompetenzfelder:

Bestandteil von Führungskompetenz ist Motivierungsvermögen vor allem im Sinne des Fremdmotivierungsvermögens. Abgeleitet aus der Rolle und Aufgabe ist die Fähigkeit, Mitarbeiter zur Leistungserbringung motivieren zu können, für jede Führungskraft unabdingbar. Dies erfordert nicht zuletzt eine starke Ausprägung der Soft Skills Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen, was wiederum die Schnittmenge zum Kompetenzfeld der Sozialen Kompetenz erklärt. Für die Einordnung von Motivierungsvermögen in das Kompetenzfeld der Mentalen Kompetenz zählt vor allen Dingen der Aspekt des Selbstmotivierungsvermögens: Die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren basiert auf der Selbstkenntnis, genauer auf der Kenntnis der eigenen Vorlieben, Werte, Glaubenssätze und der Fähigkeit, mit seinen eigenen Gefühlen und Launen umgehen zu können.

Wichtige Begrifflichkeiten im Kontext der Teilkompetenz Motivierungsvermögen sind somit u.a. auch:

  • Begeisterungsfähigkeit
  • allgemeine Menschenkenntnis
  • Einfühlungsvermögen
  • Selbstkenntnis und Selbstwahrnehmung
  • Emotionale Kompetenz, v.a. Kenntnis, Wahrnehmung und Steuerung von Gefühlen.
Motivation / Motivierungsvermögen (© DDRockstar / Fotolia)

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Zitate rund um Motivierung

„Wenn du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer.“ Antoine de Saint-Exupéry

„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“ Augustinus

„Energien fließen durch Sog, nicht durch Druck.“ Unbekannt

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Motivierungsvermögen als Soft Skill im Soft Skills Würfel von André Moritz

Motivierungsvermögen im Soft Skills Würfel von André Moritz (© www.soft-skills.com)

Eigen- und Fremdmotivierung
Motivierungsvermögen als Soft Skill ist die Fähigkeit, sich selbst und andere zu motivieren, d.h. zu Handlungen anzutreiben. Damit subsumiert diese Soft Skill zwei elementare Fähigkeiten:

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