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Was versteht man eigentlich unter... Eristik?

Eristik: Besonders schlagfertig, smart und mit allen Mitteln rhetorisch überlegen?! (© Elnur / Fotolia)

Einfach Recht behalten?

Als Eristik wurde ursprünglich die Kunst des philosophischen Streitgespräches bezeichnet. Der Begriff wurde von Plato und Aristoteles für die Disputierkunst der Sophisten verwendet.

Die Eristik ist die „hässliche“ Verwandte der Dialektik, die nach Wahrheit strebt; Eristik will nichts als Selbstbehauptung.

Schopenhauer hat mit seiner eristischen Dialektik einen positiven Aspekt gesetzt und stellt eristische Kunstgriffe als gängige Technik dar. Das zutiefst menschliche Bedürfnis, Recht haben zu wollen, lässt so manchen Redner in die „Hexenküche der Argumente“ greifen; es geht dabei nicht um die Klärung eines Sachverhaltes, sondern um Selbstdarstellung. Wichtig ist, in einer Debatte Recht zu behalten, ob das nun der Sache dient oder nicht. Ziel ist allein die Überzeugung der Zuhörer.

Eristrische Debatten werden als „nicht-partnerschaftlich“ bezeichnet – trotzdem muss Eristik nicht nur negativ besetzt sein. Die Fähigkeit, sich zum Beispiel beruflich gut darstellen zu können, seine Meinung gegen alle Widerstände zu vertreten und begreifbar zu machen, ist nicht unbedingt nur schlecht. Eloquenz ist durchaus etwas Positives; wenn auch Eristrik mehr das Überzeugen auch mit unlauteren Methoden meint, so ist verbales Durchsetzungsvermögen in jedem Fall eine nützliche Eigenschaft. Es muss nur klar sein, dass Grenzen auch in einer Auseinandersetzung mit eristrischen Elementen nicht verletzt werden dürfen.

Siehe unter anderem auch: Umgekehrte Psychologie als Manipulationstechnik, Durchsetzungsvermögen stärken, Streitkultur Definition

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Bildnachweis Titelbild: © Elnur / Fotolia