
Präsentieren und Visualisieren
Präsentationskompetenz ist die Fähigkeit, Personen und Dinge vor anderen Personen zu erfolgreich zu präsentieren. „Erfolgreich“ umfasst dabei, die Zielgruppe einer Präsentation je nach Zielstellung zu interessieren, zu überzeugen, zu informieren und ggf. zu einer Entscheidung oder Handlung im weiteren Sinne zu (ver)führen.
Die Präsentation ist heute die wichtigste Form der Rede und gewinnt gerade im Consulting-Markt und mit der Zunahme von Projekt-basierter Arbeit in Großunternehmen enorm als Soft Skill an Bedeutung.
Rhetorik + Visualisierung?
Präsentationskompetenz kann und wir häufig als Summe aus Rhetorik und Visualisierungskompetenz verstanden, denn es geht hier einerseits darum, durch Sprache zu überzeugen und verständlich zu informieren. Auf der anderen Seite gibt es in vielen Bereichen immer seltener Präsentationen ohne technische Unterstützungsmittel wie Beamer und Notebook, oder etwas klassischer mit Flipchart, Whiteboard etc. Der wirksame Einsatz dieser Mittel erfordert wiederum vom Präsentierenden neben rhetorischem Geschick auch Visualisierungstalent. Die Summe von beidem soll zum Beispiel dazu führen, dass ein Fachspezialist seine hochkomplexe Materie nicht ungefiltert auf seine Zuhörer überstülpt, sondern komplizierte Zusammenhänge inhaltlich und visuell vereinfacht und verständlich aufbereitet.
Dennoch ist Präsentationskompetenz nicht einfach und nicht nur die Summe von Rhetorik und Visualisierungstechniken, sondern umfasst auch eine ganze Reihe von spezifischem Wissen zu Präsentationen bzw. dem Präsentieren als Prozess. Dabei lässt sich Präsentationskompetenz wie bei allen Soft Skills auf drei verschiedenen Ebenen betrachten und auch trainieren.
Mentales, Modelle, Methoden
Auf der mentalen Ebene geht es um Aspekte wie Präsentationsängste und den Umgang mit Lampenfieber. Auf der Ebene der Modelle geht es u.a. darum, Erfolgsfaktoren für eine gelungene Präsentation, die so genannte Sieben-Punkte-pro-Folie-Regel, typische „Präsentationskiller“, Gliederungsmodelle für Visualisierungen oder auch Hintergründe zur Farbpsychologie zu kennen, die bei der Gestaltung von Handouts, Folien etc. nützlich sind. Auch das Wissen um Visualierungsmedien im Sinne von Informationsträgern und im Sinne von Geräten ist für die Präsentationskompetenz förderlich.
Auf der Ebene der Methoden und Techniken finden Sie im Kontext des Präsentierens eine Reihe von Regeln zur Vorgehensweise beim Beginnen, Durchführen und Beenden einer Präsentation, beim Umgang mit Pannen, Störungen oder auch Kritik. Der Einsatz von Flipcharts als Methode, die Nutzung von Präsentationsprogrammen wie Microsoft Powerpoint, die Entscheidungsmatrix zur Auswahl der passenden Diagrammart, die Zielgruppenanalyse bei der Vorbereitung einer Präsentation – all das sind Beispiele für Werkzeuge, Methoden und Techniken rund um die Soft Skill Präsentationskompetenz.
Vorteile des Trainings von Präsentationskompetenz
- Sie sind in der Lage, Informationen so zu vermitteln, dass diese von den angesprochenen Menschen wahrgenommen und verstanden werden.
- Sie können mit Präsentationen Menschen überzeugen und zu einer Entscheidung oder Handlung veranlassen.
- Sie wirken souverän und kompetent, im Idealfall bezüglich Fachkompetenz, Präsentationskompetenz, Rhetorik, Argumentation und Überzeugungskraft.
- Sie sparen Entscheidern Zeit, indem Sie mit klaren, kompakten Kurzpräsentationen Entscheidungen angemessen vorbereiten.
- Sie präsentieren nicht nur sach- sondern auch zuhörergerecht.
- Eine einzige Präsentation kann ein Projekt oder ein Karriere entscheiden.
Präsentationskompetenz im Soft Skills Würfel
Die Präsentationskompetenz findet Ihren Platz im Soft Skills Würfel an der Schnittstelle zwischen folgenden Kompetenzfeldern:
Präsentationskompetenz gehört zur kommunikativen Kompetenz, weil keine Präsentation ohne Kommunikation des Präsentierenden auskommt und die wahrgenommene Qualität einer Präsentation zu einem großen Anteil von den rhetorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten des Präsentierenden abhängt. Deshalb sind viele Präsentationsseminare auch auf die Verbesserung der Redefähigkeiten ausgerichtet.
Die Schnittmenge zum Bereich der Führungskompetenz ergibt sich aus der Tatsache, dass es in vielen Bereichen originäre Aufgabe von Führungskräften ist, Visionen, Ziele, Strategien, Probleme, Lösungen, Projekte und Ergebnisse zu präsentieren; einerseits gegenüber Mitarbeitern, andererseits gegenüber übergeordneten Führungskräften. Hier findet sich auch der Aspekt des „Verkaufens“, das unmittelbar mit dem Präsentieren zusammenhängt. Neben dem Verkaufen von Produkten an Kunden zielt die Präsentationskompetenz im Rahmen von Führungskompetenz vor allem auf das inhaltliche „Verkaufen“ von Ideen bzw. Ergebnissen.
Die Schnittmenge zur Umsetzungskompetenz besteht in den Bereichen, wo Präsentationen als Vorstufe tatsächlicher Handlungen durchgeführt und Ergebnisse dieser Handlungen präsentiert werden (müssen). Im Gegensatz zu Soft Skills wie zum Beispiel „Konfliktkompetenz“ und „Kritikkompetenz“ ist die Aktivität des Präsentieren näher an Handlungen, die mit Umsetzung und Ergebnissen zu tun haben.
Zitate rund um Präsentieren und Präsentationen
Die Welt erwartet Ergebnisse. Sprich nicht über deine Bemühungen. Zeige Ihnen das Baby.
Arnold Glasow
Mehr zum Thema auf www.soft-skills.com
Rhetorische Fragen als Stilmittel verstehen und nutzen
Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Na, habe ich dir das nicht gleich gesagt? Sehe ich so aus, als sei ich deine Putzfrau? Hierbei handelt es sich um typische Beispiele für eine rhetorische Frage – als eine Form der Kategorie rhetorische Mittel. Wir alle nutzen im Alltag rhetorische Fragen, ohne dass uns dies vielleicht bewusst ist.…
Weiterlesen … Rhetorische Fragen als Stilmittel verstehen und nutzen
Bedenkenträger-Killerphrasen kontern: „Wenn X gegeben/gelöst/geklärt ist – sind Sie dann dafür?“
Eine Herausforderung im Kontext von Schlagfertigkeit ist der Umgang mit Killerphrasen. Derer gibt es verschiedene Typen. Ein Typ, den man häufiger im beruflichen Kontext findet, sind sogenannte „Bedenkenträger“-Killerphrasen. Klassische Beispiele für solche Einwürfe, die man sich z.B. in Meetings oder Präsentationen anhören muss: „Dafür fehlt uns die Zeit.“ „Dafür fehlt uns das Geld.“ „Dafür haben…
Euphemismen / Rhetorische Beschönigungen nutzen
Euphemismus: Umdeuten & Schönerreden Wer kennt sie nicht noch theoretisch aus dem Deutschunterricht in der Schule: die rhetorischen Figuren. Eine davon ist der Euphemismus – auf einfachem Deutsch „Beschönigung“. Euphemismen als rhetorische Stilmittel haben es in sich. Sie dienen dazu, unbeliebte Meinungen und Standpunkte möglichst diplomatisch zu platzieren, sie helfen, unerwünschte Aussagen des Gegenübers geschickt…
Weiterlesen … Euphemismen / Rhetorische Beschönigungen nutzen
Stimmsenkung am Satzende: Verleihen Sie Ihren Aussagen mehr Nachdruck und Glaubwürdigkeit
Absenken schafft Nachdruck und Glaubwürdigkeit Eine wesentliche paraverbale Methode zur Erhöhung Ihres Durchsetzungsvermögens und Ihrer Glaubwürdigkeit verbirgt sich hinter dem Begriff „downwards inflection“. Gemeint ist damit das gezielte Absenken der Stimme zum Satzende hin. Diese kleine Qualitätsunterschied in Ihrer Stimme hat einen dramatischen Einfluss auf die unbewusste Verarbeitung dessen, was Sie sagen, auf den anderen:…
Power-Vokabular und kraftvoller Ausdruck
Ein reicher Wortschatz be-reich-ert Ihre Erfahrung Wie viele Worte kennen Sie, um gute Gefühle auszudrücken und etwas positiv zu beschreiben? Wie viele Worte kennen Sie, um negative Emotionen und Stimmungen auszudrücken und etwas zu negativ zu beschreiben und zu kritisieren? Anthony Robbins hat in seinem amerikanischen Bestseller „Awaken the Giant Within“ dies einmal geprüft und…
Rhetorische Mittel (für eine überzeugende Rede, Argumentation, Verkaufsgespräche, Präsentation)
12 rhetorische Mittel, mit denen Sie Ihre Rede aufwerten können Es ist der Stoff, aus dem zahlreiche Alpträume gemacht sind: Sie stehen vor einer Gruppe von Mitschülern, Familienmitgliedern, Prüfern, potenziellen Kunden oder anderweitig wichtigen Leuten, und sollen irgendeine Form von Vortrag halten, mit dem Sie im besten Fall Ihr Publikum überzeugen. Aber obwohl Sie sich…
Reaktanz (als Konzept in der Psychologie): Widerstand verstehen und abbauen
Reaktanztheorie: Was ist Reaktanz und wie lässt sie sich reduzieren? Wir wehren uns, wenn man uns etwas wegnehmen will, was wir sicher glaubten. Wir spüren innerlichen Widerstand, wenn man uns etwas verbietet, das wir wollen, ggf. vorher schon durften und/oder als selbstverständlich betrachten. Wir wollen gerade die Option, die uns verwehrt wird. Und wir wollen…
Weiterlesen … Reaktanz (als Konzept in der Psychologie): Widerstand verstehen und abbauen
Die Methode der „umgekehrten Psychologie“
Umgekehrte Psychologie? – Ob man es nur eine geschickte Manipulation nennt oder die Kunst der Überzeugung: Mit Strategien der „umgekehrten Psychologie“ erreicht man sein Ziel häufig auf eine nicht ganz faire Weise. Das Gegenüber merkt oft nicht, wohin man es lenkt – und zwar, weil man ihm absichtsvoll suggeriert, es solle etwas NICHT tun, obwohl…
Wortgewandtheit trainieren, lernen, üben (+ Definition, Synonyme)
Kann man Wortgewandtheit lernen? Redegewandtheit, Redegeschick: Kann jemand, der trotz fachlicher Kompetenz vor anderen ins Stottern kommt, seine Wortgewandtheit verbessern und eloquent sein? Was ist überhaupt Eloquenz? Was heißt „wortgewandt sein“? Wortgewandtheit Definition – flüssig sprechen, andere überzeugen, einen reichen Wortschatz haben, sich treffsicher ausdrücken Wenn jemand von Beredsamkeit oder Wortgewandtheit spricht, meint er jemanden,…
Weiterlesen … Wortgewandtheit trainieren, lernen, üben (+ Definition, Synonyme)













