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Intra-/Interkulturelle Kompetenz im Kompetenzfeld „Soziale Kompetenz“ im Soft Skills Würfel von André Moritz

Intra-/interkulturelle Kompetenz als Soft Skill im Kompetenzfeld "Soziale Kompetenz" des Soft Skills Würfels

Knigge, Taktgefühl und Anpassungsbereitschaft

Intra- und interkulturelle Kompetenz als Soft Skill umfasst die Bereitschaft und Fähigkeit, angemessen im eigenen und in fremden kulturellen Kontexten zu agieren. Was dabei angemessen ist, entscheidet sich vor allem daran, was von den direkten Interaktionspartnern und im weiteren Sinne vom jeweiligen Umfeld als positiv, angemessen und konstruktiv gewertet wird.

Intrakulturelle und interkulturelle Kompetenz hängen besonders davon ab, wie gut jemand in der Lage ist, sich an unterschiedliche soziale Normen anzupassen und diese bei den eigenen Handlungen zu berücksichtigen.

Synonyme und kontextnahe Begriffe:

  • Soziale Sensibilität, soziales Geschick, soziale Gewandtheit
  • Taktgefühl, Fingerspitzengefühl
  • Anpassungsbereitschaft, Anpassungsvermögen, Assimilation, Adaption
  • Integrationsbereitschaft
  • Umgangsformen, Knigge

Interkulturelle Kompetenz

Fremd ist der Fremde nur in der Fremde. – Karl Valentin
Wichtig bei der Begriffsbestimmung und dem Verständnis von „kultureller Kompetenz“ (sowohl intra- als auch interkulturell) ist, dass es hier nicht nur um „nationale“ Kulturen geht, also auf Länderbasis oder der Basis von Wirtschaftsräumen, ethnischen Gruppen usw., sondern sich intra- und interkulturelle Kompetenz sehr wohl auch auf Unternehmenskultur beziehen kann (corporate culture). Denn die Wirkungsmechanismen und Zusammenhänge sind unterschiedlichen Dimensionen fast gleich. Fast immer geht es bei einer „Kultur“ vor allen Dingen um den Zusammenhalt einer Gruppe/Organisation von Menschen, welche eine ähnliche Wirklichkeitskonstruktion teilen. Dazu gehören ähnliche Wertesysteme und Glaubenssysteme bezüglich dessen, was allgemein als wichtig und unwichtig, richtig und falsch, gut und schlecht usw. angenommen wird.

Drei Ebenen

Intra- und interkulturelle Kompetenz lässt sich im Wesentlichen auf drei Hauptelemente subsumieren.

  1. Erstens die Kenntnis und Einhaltung von Verhaltensregeln, die innerhalb der jeweiligen Kultur sozial bewährt sind und daher als richtig, wichtig und gut angesehen und erwartet werden.
  2. Zweitens auf den guten Willen und eine Einstellung, sich mit anderen arrangieren zu wollen.
  3. Drittens – dies gilt für speziell für die interkulturelle Kompetenz – das Verständnis für andere Denkweisen und Verhaltensweisen und damit auch Weltbilder.

So gut wie alle Aspekte von intra- und interkulturelle Kompetenz lassen sich in diese drei Klassen einordnen.

Wie bei allen Soft Skills lässt sich beim Training von intrakultureller und interkultureller Kompetenz auf drei Ebenen ansetzen:

  • der mentalen Ebene,
  • der Modelle/Konzepte und auf
  • der Ebene der Methoden/Techniken.

Auf der mentalen Ebene geht es um Aspekte wie

  • Toleranz,
  • Respekt,
  • Interesse und Neugierde sowie
  • Integrationsbereitschaft und Assimilationsbereitschaft.

Nützliches Grundwissen auf der Ebene der Modelle rund um intra- und interkulturelle Kompetenz berücksichtigt z.B.

  • die kulturellen Unterschiede bezüglich Körperkontakten/Berührungen in der Öffentlichkeit,
  • die Üblichkeit, Häufigkeit und Stärke des Händeschüttelns,
  • die besondere Bedeutung bestimmer Essweisen,
  • das sozial zulässige Zeigen von Emotionen in der Öffentlichkeit (so genannte Vorzeigeregeln) sowie
  • Unterschiede in der Arbeitskultur und in den Führungsstilen zwischen unterschiedlichen Unternehmenskulturen und Nationalitäten.

Auf der Ebene von Methoden geht es um

  • bewährte Vorgehensweisen bezüglich des Grüßens,
  • einander Vorstellens sowie hinsichtlich
  • Duzen vs. Siezen.

Aber auch andere praktische Aspekte wie zum Beispiel

  • die Handhabung von Trinkgeld im internationalen Vergleich,
  • die Vorgehensweise bei der Rechnungsbegleichung in verschiedenen Ländern,
  • der korrekte Visitenkartentausch insbesondere in asiatischen Regionen oder auch
  • das angemessene Kleiden gemäß richtig verstandener Dresscode-Vorgaben zu professionellen Anlässen.
Interkulturelle Kompetenz: Erfolgreich mit Menschen aller Herren Länder, Werte- und Glaubenssystemen umgehen können (© rawpixel / Fotolia)

Interkulturelle Kompetenz: Erfolgreich mit Menschen aller Herren Länder, Werte- und Glaubenssystemen umgehen können (© rawpixel / Fotolia)

Nutzen des Trainings von Konfliktkompetenz

  • Nutzen von Intra- & Interkultureller Kompetenz
  • Sie können Geschäfte zielsicher abschließen, da Ihnen keine oder nur selten kulturelle Faux pas und Fettnäpfchen passieren.
  • Sie können intensive Beziehungen aufbauen und nutzen, wenn Sie sich an die jeweils geltenden kulturellen Regeln halten.
  • Sie erkennen Feinheiten im Verhalten und in der Mimik und Gestik ausländischer Menschen, was gerade im Rahmen von Verhandlungen enorm wichtig sein kann.
  • Sie verstehen kulturell spezifische Abläufe, Problemsituationen und Gewohnheiten besser, was die eigene Souveränität und Selbstsicherheit auf fremden Pflaster stärkt.
  • Sie werden als höflicher und angenehmer Mitmensch und Geschäftspartner erkannt und wertgeschätzt.
  • Sie erhöhen Ihren „Marktwert“ für Arbeitgeber und Auftraggeber, da Sie in einer zunehmend globalisierten Gesellschaft und Wirtschaft flexibler einsetzbar sind und agieren können.
  • Sie können bei ausgeprägter intra- und interkultureller Kompetenz meist sehr effektiv als auch sehr effizient arbeiten, da Sie gesetzte Ziele in verschiedenen kulturellen Kontexten aufgrund Ihrer sozialen und kulturellen Gewandtheit zügig erreichen, weil Sie weniger Probleme und Konflikte bearbeiten müssen und selbst erzeugen und auf der anderen Seite genau wissen, wie Partner aus verschiedenen Kulturkreisen im Durchschnitt am besten behandelt werden, um eine positive Wahrnehmung Ihrer Position und die Erreichung Ihrer Ziele zu sicherzustellen.
  • Sie erreichen bei tugendhaftem, vorbildlichen, der Situation angemessenem und grundsätzlich flexiblem Verhalten eine charismatische Vorbildwirkung und den damit verbundenen gesellschaftlichen Erfolg in Form von Anerkennung und Wertschätzung.
  • Sie erreichen im Idealfall einen Zustand, in dem andere nach persönlichen Kontakten mit Ihnen eine Einschätzung nach dem Motto mit sich tragen: „Was für ein Vergnügen, mit einem Menschen wie diesem zusammen zu sein“.

Einordnung von Intra- & Interkultureller Kompetenz

Intra- und interkulturelle Kompetenz ordnet sich im Soft Skills Würfel an der Schnittstelle folgender Kompetenzfelder ein:

Die Einordnung in den Bereich der sozialen Kompetenz erfolgt aufgrund der Tatsache, dass es hier um das erfolgreiche Agieren in sozialen Kontexten geht, also in der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft oder auch im Rahmen privater Kontakte. Jemand wird als „sozial kompetent“ wahrgenommen, wenn er sich im jeweiligen Kontext angemessen verhält und sein Verhalten als positiv, in Ordnung oder in anderer Weise wünschenswert bis akzeptabel wahrgenommen wird.

Die Schnittstelle zur personalen Kompetenz bilden Persönlichkeitseigenschaften, Persönlichkeitsmerkmale, Charakterzüge und persönliche Fähigkeiten, Fertigkeiten und Aspekte der mentalen Bereitschaft, überhaupt auf die gewünschte Weise im eigenen kulturellen Kontext aber auch internationalen und interkulturellen Rahmen zu handeln. Hier geht es vor allem darum,

  • eine gewisse persönliche Integration in den jeweiligen kulturellen Rahmen überhaupt zu wollen und
  • die Notwendigkeit einer gewissen sozialen Konformität und Anpassung zu akzeptieren und sich entsprechend zu verhalten.

Darüber hinaus spielen Wissenselemente und allgemein gültige und nützliche Techniken eine Rolle, mit denen Sie sich in bekannten aber auch unbekannten Kulturen angemessen verhalten und möglichst erfolgreich bewähren können. Da die wissens- und methodenbasierten Aspekte auch unabhängig von tatsächlicher intra- und interkultureller Interaktion und „Live-Kontakten“ zwischen Menschen vermittelt und erlernt werden können, fallen sie in den Bereich der personalen Kompetenz.

„Umgangsformen sind Formen, die zunehmend umgangen werden.“ (Oliver Hassencamp)

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