Wahrnehmung - Wissenshappen, Zitate, Definitionen aus einschlägiger Fachliteratur

Was findet man in Büchern über Wahrnehmung? Hier einige Zitate, Tipps, Definitionen, Aussagen zu Synonymen etc., die wir zum Stichwort « Wahrnehmung » in unserer Bibliothek und/oder online gefunden haben.

Zitate zum Schlagwort « Wahrnehmung » aus Fachliteratur

Die Rolle der Wahrnehmung: Kommunikation dient der Übertragung von Information. Diese wird beim Empfänger durch seine Wahrnehmung gefiltert. Dieser Wahrnehmungsfilter hat eine Selektionsfunktion: Er schützt den Empfänger einerseits davor, mit Informationen überlastet zu werden, andererseits hilft er, Informationen zu beurteilen, indem diese eingeordnet und zu Erfahrungen, Wissen und eigenen Werten in Beziehung gesetzt werden. Dies gibt die notwendige Orientierung, um zu handeln. Dabei beeinflussen folgende Tendenzen den Kommunikationsprozess:
  • Wahrnehmung ist immer selektiv Wir können nie alle Informationen aufnehmen. Wir sind immer gezwungen auszuwählen, sonst würde unser Wahrnehmungsapparat zusammenbrechen. Wir wählen dabei in erster Linie das aus, was in unser persönliches Konzept passt und unsere Vorurteile, Wertvorstellungen und Erfahrungen bestätigt.
  • Wahrnehmung ist immer projektiv Informationen sind oft nicht eindeutig. Wir sind deshalb gezwungen, mit unserem Wissen, unseren Erfahrungen und unseren Vorurteilen das zu ergänzen, was wir nicht verstehen. Wir projizieren also etwas in das Wahrgenommene hinein, so dass dies für uns Sinn macht. Viele Gerüchte sind z. B. mit dieser Tendenz zur projektiven Wahrnehmung zu erklären.
  • Wir nehmen wahr und bewerten gleichzeitig Wahrnehmungen sind konkrete Beobachtungen mit den fünf Sinnen. Gleichzeitig sind wir gezwungen, diese Beobachtungen zu bewerten, denn wir müssen Informationen einordnen können, wenn sie uns helfen sollen, das Leben zu meistern. Beobachten und Bewerten vermischen sich dadurch und hindern uns am achtsamen und genauen Wahrnehmen.
  • Wir fällen für uns stimmige Urteile und vermeiden so kognitive Dissonanzen Wir neigen dazu, Urteile so zu fällen, dass sie unseren Erwartungen, Erfahrungen, bisherigen Erklärungsmustern und damit unserem Welt- und Menschenbild entsprechen. Wir vermeiden so, dass unliebsame Wahrnehmungen unsere mentalen Konzepte in Frage stellen. Kriminelles Verhalten von Freunden wird dann z. B. bagatellisiert, denn damit kann man weiterhin gut leben.
Missverständnisse in der Kommunikation haben viel mit unseren Möglichkeiten der Wahrnehmung zu tun. Führungskräfte sind oft in Kommunikationssituationen, wo sie Entscheidungen treffen, Mitarbeitende beurteilen und Macht ausüben. Sie sind speziell herausgefordert, mit den Schwierigkeiten in der Wahrnehmung umzugehen. Der Schlüssel zu guter Kommunikation liegt in der Schulung der Wahrnehmung.  

Gefunden auf Seite 6-7. | Kommentar / Notiz: Siehe auch: gelbe Übungen zur neuen Achtsamkeit

Jede Wahrnehmung unterliegt immer auch einem Prozess der Interpretation. Wenn wir wahrnehmen, erschaffen wir Realität – persönliche Realität. Unsere Vorlieben, Konditionierungen, momentanen Stimmungslagen, unsere Erfahrungen und unsere Vorurteile finden sich in dieser subjektiven Version der Wirklichkeit wieder.

Gefunden auf Seite 73-74. | Kommentar / Notiz: Siehe auch: Wahrnehmungsfehler, Verzerrungen der Wahrnehmung

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