Belegt wurde dieser Effekt bereits 1973 in einer Studie von H. Harari und J.W. McDavid, die unter dem Titel "Name Stereotypes and Teachers' Expectations" im Journal of Educational Psychology veröffentlicht wurde (Ausgabe 65, S. 222-225). Dabei wurden Lehrkräften in einem Experiment absolut identische Aufsätze von Viert- und Fünftklässlern zur Beurteilung vorgelegt. Die Lehrkräfte kannten die einzelnen Schüler und Schülerinnen nicht und wussten lediglich die Vornamen der Kinder. Die Arbeiten von Schülern und Schülerinnen mit den Namen "Sarah", "Julia", "David" und "Michael" erhielten dabei im Durchschnitt eine ganze Note besser als die Aufsätze von "Gertrud", "Hedwig", "Edeltraut" oder "Hubert".
Dies ist im Sinne einer fairen Bewertung gleicher Leistung erschütternd, da es einer blanken Diskriminierung gleichkommt. Der Grund liegt aller Wahrscheinlichkeit nach vor allem darin, dass die letztgenannten Namen einen überholten Beiklang haben. Alte Namen werden hier stereotyp mit älteren Menschen assoziiert und deren häufig beobachtbare Merkmale wie "konservativ", "stur", "unmodern", "wenig offen für neues Wissen, neue Theorien, neue Erkenntnisse", "vergangenheitsbehaftet", "nicht mehr mit neuen Entwicklungen Schritt halten könnend" etc. werden auch auf die Kinder übertragen und führen zu subjektiv schlechteren Bewertungen.
Das Fazit des "Nomen-est-omen-Effekts" könnte somit auch in der prägnanten Phrase zusammengefasst werden: "Sag mir, wie du heißt, und ich sage dir, wie du beurteilt wirst." |