Für das Verständnis der Gruppendynamik in Teams ist es notwendig, Einflussfaktoren auf den Gruppenzusammenhalt (Gruppenkohäsion) zu kennen. Für die Leitung von Teams, insbesondere für die Motivierung der Teammitglieder sowie für das Konfliktmanagement im Team ist es darüber hinaus hilfreich, diese Faktoren auch selbst einsetzen und steuern zu können. |
 |
|
Wie verschiedene Studien belegen, fördert die Existenz einer konkurrierenden Gruppe B den Zusammenhalt der Gruppe A. Für die Gruppe A erlaubt die Existenz einer Gruppe B eine Abgrenzung ("wir sind folgendes nicht: [Merkmale von B]..."). Diese Abgrenzung wirkt identitätsstiftend. Jede Gruppe erkennt sich und ihre Gruppenmitglieder an gemeinsamen Eigenschaften.
Etwas bestimmtes nicht zu sein, nicht zu mögen oder nicht zu tun, kann auch eine wichtige Gemeinsamkeit sein. Das Wissen und Bewusstsein "wir sind nicht wie B" stärkt das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe A. Die Wirkung dieser Abgrenzung ist umso größer, je stärker ein Feindbild gegen die Gruppe B aufgebaut wird. Politiker, insbesondere aber Propagandisten und Diktatoren sind sich dieser Wirkung und gezielt aufgebauten Feindbildern wohl bewusst: Sie suchen sich eine kleine Minderheit in der Gesellschaft, klassifizieren sie als Feinde, Gegner oder Schädlinge und stärken so die innere Einheit der eigenen Gruppe.
Der Zusammenhalt in der Gruppe A steigt in dem Maße, wie die Gruppe A von der Gruppe B angegriffen wird. Je stärker die Angriffe dabei das Ansehen der Gruppe in Mitleidenschaft ziehen und damit den Gruppenwert aber auch individuellen Selbstwert als Mitglied der Gruppe ankratzen, umso höher wird in einer Trotz- und Verteidigungsreaktion die Identifikation des Einzelnen mit der Gruppe. Dies erklärt, warum gerade kleine und verfolgte Minderheiten so stark zusammenhalten. Das Zugehörigkeitsgefühl zur eigenen Gruppe und die Loyalität und Opferbereitschaft für die Gruppe wächst mit der Zahl und Intensität der Angriffe auf sie. |