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Soziale Intelligenz – was ist das?
Erklärung, Definition. Wie fördern / lernen?

Soziale Intelligenz (© stmool / Fotolia)

Soziale Intelligenz was ist das eigentlich?

Es gibt eine Anzahl von Merkmalen, mit denen Soziale Intelligenz in der Psychologie beschrieben werden kann. Kurz gesagt handelt es sich um die Fähigkeit, andere zu verstehen und mit ihnen erfolgreich handelnd tätig zu werden zu eigenen, aber auch zu Gunsten des Gegenüber oder einer ganzen Gruppe. Dabei können die Interaktionen durchaus auch einen im positiven Sinne manipulativen Charakter haben (spektrum.de). Andere sagen: Soziale Intelligenz umfasst eine Anzahl von Fertigkeiten, um die eigenen Handlungsziele mit denen anderer zu verknüpfen (lexikon.stangl.eu). Ebenso lesen kann man: Menschen mit hoher sozialer Intelligenz haben eine hohe soziale Sensibilität, Emotionalität und soziale Einsicht. Sie haben empathische und soziale Fertigkeiten und können die Perspektive anderer übernehmen. Sie zeichnen sich durch Fürsorglichkeit und Wärme aus und stehen neuen Ideen und Erfahrungen offen gegenüber (psychowissen.jimdo.com).

Begriffsbestimmung

Der Begriff der Sozialen Intelligenz wurde bereits im Jahr 1920 von dem amerikanischen Psychologen Edward Lee Thorndike angeführt, der in seinen zahlreichen Verhaltensstudien an Tieren der Frage nachging, wie Lebewesen lernen und so die Theorie der instrumentellen Konditionierung gründete (siehe auch: instrumentelle und operante Konditionierung). Nach Thorndike ist soziale Intelligenz die Fähigkeit, andere zu verstehen und klug im Umgang mit ihnen zu handeln. Das schließt den Erfolg im Leben, besonders den beruflichen Erfolg ein. Er folgerte, dass es selbst hervorragend ausgebildete Fachkräfte bei fehlender sozialer Intelligenz nicht schaffen, in die Position von Führungskräften zu gelangen. Als Beispiel nannte er den fachlich kompetenten Mechaniker, der keinen Erfolg als Vorarbeiter haben wird, wenn es ihm an sozialer Intelligenz mangelt. (siehe Wikipedia: Emotionale Intelligenz)

David Wechsler, ebenfalls amerikanischer Psychologe, der unter anderem auch bei Thorndike studierte, entwarf ein Intelligenzkonzept, das außer intellektuellen Fähigkeiten auch die Fähigkeit eines Individuums umfasste, sich wirkungsvoll mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen. Anlass für das neue Konzept war seine Beobachtung, dass junge amerikanische Rekruten bei verschiedenen Testverfahren komplett versagten, während sie ihr Alltagsleben durchaus erfolgreich meisterten. (siehe Wikipedia David Wechsler)

Soziale Intelligenz: Daniel Goleman

Allgemein bekannt wird der Begriff der sozialen Intelligenz durch Daniel Goleman und sein 2006 erschienenes gleichnamiges Buch. Daniel Goleman ist ein amerikanischer Psychologe und Wissenschaftsjournalist, der unter anderem auch als Neurowissenschaftler für die New York Times schreibt. Bereits mit seinem 1995 erschienenen Buch „EQ: Emotionale Intelligenz“ wurde er international bekannt und prägte damit ein neues Verständnis für den Zusammenhang zwischen dieser neuen Art der Intelligenz und dem Erfolg im Leben (siehe hierzu auch: MSCEIT als EQ Test).

In seinem Buch Soziale Intelligenz geht Goleman auf die Bedeutung guter zwischenmenschlicher Beziehungen ein und zeigt auf, wie sie mit den Fähigkeiten der Sozialen Intelligenz geschaffen und erhalten werden können. Er stützt sich dabei auf neurophysiologische Grundlagen und bringt dem Leser die Zusammenhänge aus Biologie und Hirnforschung in allgemein verständlicher Sprache näher. Bei ihm zeichnet sich Soziale Intelligenz durch folgende Fähigkeiten aus:

  • dem anderen zuhören und
  • sich in ihn hineinversetzen können;
  • dessen Gefühle wahrnehmen und
  • nonverbale Signale deuten und
  • entsprechend der Situation handeln können.

Erweiterte Definition bei Weis und Süß

Soziales Verständnis, soziales Gedächtnis, soziale WahrnehmungDie Psychologen Dr. Susanne Weis und Prof. Dr. Heinz-Martin Süß definieren Soziale Intelligenz bereits 2005 als ein multidimensionales Konstrukt. Ihr Erklärungsmodell umfasst Begriffe wie soziales Verständnis, mit dem in einer bestimmten Situation Informationen richtig eingeschätzt werden können. Weiter geht es um das soziale Gedächtnis, mit dem Informationen gespeichert und wieder abgerufen werden können, um die soziale Wahrnehmung, mit der Informationen möglichst rasch aufgenommen werden und um soziale Flexibilität und soziales Wissen. (www.psychowissen.jimdo.com)

Der Magdeburger Test zur Sozialen Intelligenz

Soziale Intelligenz Test: Verzerrungen bei Fragebogen und Selbsteinschätzungen Im Gegensatz zu den sogenannten hard skills, wie etwa bestimmte kognitive Fähigkeiten, die zuverlässig überprüft werden können, sind die Soft Skills wie auch die Soziale Intelligenz nach heutigem Forschungsstand nicht vollständig verlässlich messbar. Bei den gängigen Messverfahren konnten die Befragten bislang nur mit Hilfe eines Fragebogens ihre eigene Selbsteinschätzung abgeben mit der Gefahr, dass sie nicht offen und ehrlich antworteten, sondern sozial erwünschte Antworten gaben oder sich selbst falsch einschätzten.

Der Magdeburger Test zur Sozialen Intelligenz, der von einer Forschergruppe rund um den Psychologen Prof. Dr. Heinz-Martin Süß entwickelt wurde, will diese Probleme möglichst ausschalten. Er zeigt reale Situationen in einem bestimmten sozialen Umfeld und erfasst damit das soziale Verständnis, das soziale Gedächtnis und die soziale Wahrnehmung des Probanden.

Soziale Intelligenz und Empathie

Die Ausführungen zeigen, dass sozial intelligentes Verhalten ohne ein Maß an Empathie nicht auskommt. Die folgende Definition von Empathie geht über den Begriff der Einfühlsamkeit oder des Sich-In-Andere-Hineinversetzen hinaus. Hier wird in drei Arten von Empathie unterschieden: die emotionale, die kognitive und die soziale Empathie.

Emotionale, kognitive, soziale EmpathieEmotionale Empathie meint das Verstehen und Mitfühlen der Gefühle anderer Menschen. Kognitive Empathie bezieht sich auf die Gedanken, Absichten und Motive des anderen, die es zu verstehen und zu entschlüsseln gilt. Schließlich ist die soziale Empathie auf komplexere Systeme gerichtet und dient dazu, sich in Vereinen, Unternehmen oder anderen größeren sozialen Gruppen zurechtzufinden und darauf Einfluss zu nehmen. (www.managerkompetenzen.de)

Soziale Kompetenzen: Der Begriff der sozialen Kompetenzen umfasst eine Fülle von Verhaltensweisen und Fähigkeiten, die als Grundlagen für erfolgreiches soziales Handeln gelten. Zum besseren Verständnis kann hier gegliedert werden in Kompetenzen im Umgang mit sich selbst, im Umgang mit anderen, bei der Teamarbeit und in Führungspositionen.

  • Sie zeigt sich im Umgang mit sich selbst unter anderem durch ein gutes Selbstwertgefühl, durch Eigenverantwortlichkeit und Fähigkeit zur Selbstreflexion.
  • Im Umgang mit anderen sind Anerkennung (siehe soziale Anerkennung), Empathie, sprachliche Kompetenz, ein gewisses Maß an Kritikfähigkeit, Sprachkompetenz und die Übernahme der Perspektive des anderen von Bedeutung.
  • Teamfähigkeit, Kooperation und Kritikfähigkeit bilden die Basis für ein erfolgreiches Arbeiten im Team.
  • Letztlich gehören zur Ausübung von Führungsfunktionen Verantwortung, Flexibilität und die Fähigkeit, eine gewisse Vorbildfunktion auszuüben.

(siehe auch: Wikipedia: Soziale Kompetenz, Soft-Skills.com: Soziale Kompetenz)

Wie kann man Soziale Intelligenz fördern?

Kann man soziale Intelligenz lernen? Diese Frage mögen sich die stellen, die im Beruf erfolgreicher sein wollen, die in bestimmten Gruppen oder sozialen Situationen mehr mitreden oder ihren Kindern einen erfolgreichen Start ins Leben geben wollen. Wie kann man etwas trainieren, das so schwer zu messen und durch einen Test zu prüfen ist?

soziale Intelligenz lernenDurch regelmäßiges Training kann man bestimmte Fähigkeiten oder Fertigkeiten der Sozialen Intelligenz lernen. Dieses Training findet vorzugsweise in Gruppen statt, in denen bestimmte soziale Situationen simuliert werden. Hier können erwünschte Verhaltensweisen wie problemloses Sprechen vor einer Gruppe oder das Sich-Durchsetzen in bestimmten Situationen ausprobiert und eingeübt werden (siehe auch: Durchsetzungsvermögen trainieren). Es ist also durchaus möglich, soziale Intelligenz zu trainieren. Häufig greifen Trainigs sozialer Kompetenzen und Trainings sozialer Intelligenz auf die gleichen Methoden und Konzepte zurück, vgl. das GSK-Trainingskonzept zum Trainieren sozialer Kompetenzen.

Eltern und Lehrer stehen vor der Frage, wie sie bei Kindern soziale Intelligenz fördern können (vgl. auch: Soft Skills und Soziale Kompetenz bei Kindern, Emotionale Intelligenz bei Kindern trainieren). Das kann zum einen zu Hause erfolgen durch das Vorleben, wie man erfolgreich in Beziehungen agiert. Zum anderen können Eltern dafür sorgen, dass möglichst viele Angebote im außerschulischen Bereich bereitstehen. In Sport- oder Musikgruppen oder im Fußballverein lernt das Kind verschiedene soziale Situationen kennen, in dem es handelnd tätig werden muss. Schon durch das regelmäßige Üben wird die soziale Intelligenz gefördert, bzw. gesteigert.

Soziale Intelligenz Bücher zum Thema

Auch in der Literatur bieten sich zahlreiche Übungsmöglichkeiten, um sein Potenzial an sozialer Intelligenz zu steigern.

Das Buch über soziale Intelligenz von Daniel Goleman hat auch etliche Tipps parat, wie der einzelne seine soziale Intelligenz steigern und mit welchen Mitteln befriedigende Beziehungen hergestellt werden können. Immerhin heißt sein Untertitel „Wer auf andere zugehen kann, hat mehr vom Leben“.

Wer die soziale Intelligenz bei Kindern fördern möchte, kann sich außerdem Hinweise aus ausgewählten Büchern holen. Das Buch „Mit Kreativität fördern – Intelligenz entwickeln: Spiele und Übungen zur Förderung kognitiver, sozialer und emotionaler Intelligenz“ von Jakobine Wierz zeigt bereits im Titel, dass es auf die verschiedenen Bereiche von Intelligenz eingeht.

Der Begriff "soziale Intelligenz" stammt aus den zwanziger Jahren, der großen Zeit der frisch entwickelten Intelligenztests. Geprägt hat ihn der Psychologe Edward Thorndike, der ihn unter anderem definierte als "die Fähigkeit, Männer und Frauen zu verstehen und ihr Verhalten zu beeinflussen". (...) In diesem Buch wende ich daher ein zweites, weiter gefasstes Prinzip an, das Thorndike für die Definition unserer sozialen Fähigkeiten vorgeschlagen hat: "... in Beziehungen klug handeln".

Gefunden auf Seite 20-21.

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