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EIGENWERT UND VERGLEICHSSTRESS

Vergleichsstress als Ursache für Unzufriedenheit

Selbstbewusstsein hat etwas mit dem wahrgenommenen Selbstwert im Vergleich zu anderen zu tun. Diese "Wertschätzung" bzw. dieser "Wertvergleich" hängt vom jeweiligen Wertesystem der betroffenen Person ab. Sind Sie weitgehend von externen Werten beeinflusst, bestimmen Sie Ihren Selbstwert tendenziell anhand von sozial bewährten Wertmaßstäben wie sozialen und materiellen Status.

Zur ersten Gruppe gehört vor allen Dingen der Hiearchie-Status, d.h. Job bzw. Job-Titel und akademische Titel. Der materielle Status wird hingegen vor allem durch Ihr Einkommen sowie Statussymbole aus den Bereichen Autos, Haus/Wohnung, Luxusreisen, Kleidung, Mode-Accessoires etc. geprägt.

Sind Sie jemand, der eher "eigensinnig" nach eigenen Wertmaßstäben lebt, d.h. jemand, der sich relativ wenig um die Meinung, Wertschätzung und Anerkennung anderer kümmert, ist Ihr wahrgenommener Selbstwert per se weitaus unabhängiger vom Vergleich zu anderen. Dennoch wird die Einschätzung von sich selbst, d.h. Ihr wahrgenommener Eigenwert davon abhängen, wie konform Sie mit Ihren eigenen Werten leben und ob es vielleicht Menschen gibt, die das noch mehr verkörpern, was Ihnen wichtig ist und was Sie für richtig, wichtig und gut halten.

So oder so - bei der "Wertschätzung" der eigenen Person findet ein Vergleich statt. Daraus resultiert der so genannten "Vergleichsstress", eine der größten Ursachen für anhaltende Unzufriedenheit und Rastlosigkeit im Leben von Menschen. Wenn wir das Gefühl haben, andere wären - nach dem persönlich angelegten Wertmaßstab - besser als man selbst, entsteht dadurch eine gewisse Unzufriedenheit. Diese kann sich im Alltag unterschiedlich ausdrücken: Im negativen Fall führt sie zu Neid, Unmut, Groll und schlechter Laune. Im positiven Fall schafft diese Unzufriedenheit eine kreative Spannung und Anreiz, sich mehr ins Zeug zu legen, um den Vorsprung zum "Vorbild" aufzuholen. Ob die Konsequenz von Vergleichsstress eher negativ oder positiv ausfällt, hat einerseits etwas mit dem Temperament und der Grundstimmung eines Menschen zu tun, andererseits mit den wahrgenommenen und geblaubten Chancen und Möglichkeiten. Wenn jemand von seiner Grundprägung in einer gewissten Zeitphase tendenziell schon eher so genannten "Verliererhaltungen" an den Tag legt, d.h. lamentiert, sich beschwert, die Schuld für Fehler oder nicht realisierte Chancen und Möglichkeiten bei anderen sucht und glaubt, die Welt und die Menschen seien schlecht und ungerecht, wird dies eher negative Konsequenzen des Vergleichsstresses und des geglaubten niedrigen Eigenwerts provozieren. Wer jedoch per se eher ein positiv, konstruktiv und proaktiv geprägter Mensch ist, wird sich andere Menschen, welche nach dem persönlich angelegten Wertmaßstab besser sind, als Vorbild nehmen und diesen entsprechend nacheifern.

Wer sein Selbstbewusstsein steigern möchte, muss wahrgenommenen Selbstwert erhöhen, d.h. den Glauben verändern, wieviel man selbst wert ist. Langfristig sinnvoller und nachhaltiger ist es, sich selbst zu Einstellungen hin zu entwickeln, dass der Wert der eigenen Person völlig unabhängig vom Wert anderer Menschen ist - so gesehen ethisch gesehen Menschen nicht sowieso alle gleich viel wert sind. Wer sich jedoch psychisch nicht dem Vergleich der eigenen Person mit anderen entziehen kann oder will, kann immerhin die angelegte Messlatte verändern. Früher oder später erkennen vielen Menschen, dass viele Erwartungshaltungen aus dem sozialen Umfeld und der Gesellschaft insgesamt ihre berechtigte Funktion haben: Sie treiben Individuen dazu, so zu funktionieren, wie es für das System, in dem sie leben, sinnvoll ist. In einem eher materiell und wirtschaftlich fokussierten Gesellschafts- und Wirtschaftssystem werden Menschen in der Regel so erzogen und konditioniert, dass sie möglicht fleißig arbeiten, zur Wertschöpfung beitragen und sich "größeren Zielen" unterordnen, d.h. schlichtweg "funktionieren". Je mehr sich Menschen darüber bewusst werden, dass externe Leistungsanreize und Belohnungen und die psychologisch als Druck empfundenen sozialen Erwartungshaltungen nur darauf zielen, sie "funktionieren zu machen", beginnt ein Prozess, in dem sich das persönliche Wertesystem mehr und mehr hin zu eigenen Präferenzen verschiebt. Immer mehr treten Bedürfnisse und Wertmaßstäbe auf, welche sich daran orientieren, was man selbst für gut, wichtig und richtig hält, auch wenn dies möglicherweise früheren Ansichten oder früher "eingetrichterten" Ansichten widerspricht.

Zusammenfassung

Die meisten Menschen orientieren sich bei der Einschätzung der eigenen Person an anderen Personen.
Dieser so genannte "Vergleichsstress" ist die häufigste Ursache für anhaltende Unzufriedenheit und Rastlosigkeit trotz individuell objektiv wünschenswerter Situation und Stellung einer Person.
Der wahrgenommene Eigenwert beeinflusst wesentlich das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein einer Person.
Die Wertschätzung der eigenen Person lässt sich selbstbewusst bestimmen, wenn sich die Person schrittweise von externen Wert- und Belohnungmaßstäben sowie sozialen Erwartungshaltungen unabhängig macht.

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Richtige vs. falsche Einstellungen Wer sein Selbstbewusstsein stärken will, nutzt häufig Autosuggestionen und etabliert bewusst und unbewusst Überzeugungen und Glaubenssätze. Negative Überzeugungen und Glaubenssätze wurden und werden uns aber auch von anderen eingepflanzt und untergraben unser Selbstbewusstsein. Dieser Soft Skills-Baustein hilft dies zu erkennen und vermittelt einen neuen Glaubenssatz: Dass es keine richtigen oder falschen Überzeugungen gibt, sondern nur solche, die Sie zum Ziel bringen.