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Persönliche SWOT-Analyse durchführen – für mehr Selbstbewusstheit und mehr Selbstbewusstsein

Persönliche SWOT-Analyse durchführen (© Coloures-pic / Fotolia)

Ihre Stärken, Schwächen, Chancen und Bedrohungen

Eine wesentliche Methode zur Steigerung von Selbstbewusstsein ist die persönliche SWOT-Analyse. Diese Technik, welche auch aus der Betriebswirtschaftslehre und allen gängigen MBA-Studiengängen sowie wirtschaftlichen Weiterbildungen bekannt ist, stellt darauf ab, Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken einer Sache oder Person herauszuarbeiten.

Die Abkürzung steht für die entsprechenden englischen Begriffe „strengths„, „weaknesses„, „opportunities“ und „threats„. Was im Rahmen von strategischen Entscheidungen in der Wirtschaftswelt genutzt wird, um Geschäftsideen, Unternehmen oder ganze Branchen einfach zu bewerten und Analyseergebnisse in einer übersichtlichen Struktur zusammenzufassen, lohnt sich auch für das Training von Selbstbewusstsein (siehe auch: selbstsicherer werden Tipps) und nachgelagert von Selbstvermarktungsvermögen.

Persönliche SWOT-Analyse für mehr Selbstkenntnis

Selbstkenntnis ist Voraussetzung für glaubwürdiges SelbstbewusstseinBedeutsam ist die SWOT-Technik vor allen Dingen, weil Sie entscheidend die Selbstkenntnis steigern kann. Selbstkenntnis wiederum ist eine essentielle Voraussetzung für glaubwürdiges Selbstbewusstsein.

Nur wer genau weiß, was er mag und was er gut kann, kann dieses Wissen auch glaubwürdig und authentisch anderen gegenüber kommunizieren.

Um dabei aber ein möglichst „objektives“ Bild zu ermöglichen, d.h. keine falsche Selbstsicherheit oder gar den Eindruck von Überlegenheit, Arroganz oder Größenwahn zu erzeugen, sollte eine solche Analyse und das Training von Selbstbewusstsein nicht nur auf die Stärken abstellen, sondern auch die Schwächen und persönlichen Risikofaktoren bewusst machen und bewusst halten. Zwar geht es im Sinne einer positiven, konstruktiven und selbstbewussten Lebenseinstellung immer darum, mit den Stärken zu arbeiten („Stärken stärken“) und Stärken zu kommunizieren. Ein zu einseitige Fokussierung kann jedoch eine balancierte und damit auch glaubwürdige Selbsteinschätzung unterminieren und damit das nach außen getragene Selbstbewusstsein unglaubwürdig bis lächerlich machen.

SWOT-Analyse – Schritt für Schritt

In den klassischen Lehrbuch-Darstellungen zur SWOT-Analyse teilen Sie ein Blatt in vier Quadranten auf und beschriften diese entsprechend mit Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Jede andere Form, zum Beispiel eine Seite pro Aspekt erfüllt jedoch ebenso seinen Zweck. Entscheidend ist, dass die Visualisierung für Sie übersichtlich und einprägsam ist, so dass Sie sich diese zum Beispiel an einer Wand befestigen können und beim regelmäßigen Blick darauf die einzelnen Punkte überdenken können.

Um ein möglichst objektives SWOT-Analyse-Ergebnis zu erzielen, hat es sich ein Selbstbild/Fremdbild-Abgleich als nützliche Vorgehensweise erwiesen. Dabei setzen Sie sich mit einer weiteren, Ihnen bekannten Person zur gemeinsamen SWOT-Analyse zusammen. Jeder hat ca. eine halbe Stunde Zeit, auf einen Notizzettel strukturiert die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken (auch: Bedrohungen) zu notiere, die er für die eigene Person selbst zu (er)kennen glaubt. Eine weitere halbe Stunde erarbeitet jeder einen analogen Stichpunktzettel mit den Aspekten, die er für die den jeweils anderen erkennt. Nach einer Stunde Bearbeitungszeit existieren für jede Person zwei SWOT-Analysen – einmal als „Selbstbild“ und einmal als „Fremdbild“.

Ergebnisse abgleichen, diskutieren, zusammenfassen

Die erarbeiteten SWOT-Ergebnisse können nun entweder direkt abgeglichen, diskutiert und zusammengefasst werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, dass jeder seine Ergebnisse mehr oder weniger frei präsentiert. Auf diese Weise kann in einem Arbeitstreffen nicht nur eine SWOT-Analyse als Grundlage für mehr Selbstkenntnis und Selbstbewusstsein erstellt werden, sondern gleichzeitig auch die eigene Präsentationskompetenz trainiert werden. Wenn Sie die Präsentation zudem per Videokamera aufzeichnen, erhöhen Sie den „Präsentationsdruck“ in Richtung des Niveaus einer „offiziellen“ Präsentation. Gleichzeitig haben Sie – so Sie die Videoaufzeichnung entsprechend aufheben – viele Jahre später eine dann vermutlich sehr amüsante Erinnerung an jüngere Jahre. Ein solches Videoband kann – unter Freunden – 10 Jahre später eine wunderbare Erinnerung, aber auch Unterhaltung sein.

Tipps und Hinweise

Für die einzelnen Rubriken gelten aus Erfahrung folgende Hinweise:

  • Berücksichtigen Sie bei Stärken sowohl Fertigkeiten im Sinne von Fach- und Methodenkenntnissen als auch Fähigkeiten und Eigenschaften im Sinne von persönlichen Charaktermerkmalen.
  • Das gleiche gilt für das Notieren vorhandener Schwächen.
  • Bei den Chancen gilt einerseits auf berufliche, aber auch persönliche Entwicklungsmöglichkeiten abzustellen. Oftmals leiten sich Chancen auch aus den Stärken ab. Erfahrungsgemäß wirken im Fremdbild genannte Chancen auf Menschen als starke Motivatoren: Wenn jemand, der einen gut kennt, ein – für den Betroffenen persönlich überraschendes – Potential nennt, setzt dies beim Betroffenen eine Reihe von Aha-Effekten aus und führt oftmals zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein, dass der andere einem das Genannte zutraue.
  • Im Feld dar Risiken oder Bedrohungen geht es vor allen Dingen darum, mögliche negative Entwicklungen vorweg zu nehmen, welche sich aus persönlichen Eigenschaften und Schwächen, der Extrapolation des bisher zu verzeichnenden Entwicklungsweges und sich verändernder Rahmenbedingungen ergeben können.

Zusammenfassung

  • Die SWOT-Analyse untersucht die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken (strengths, weaknesses, opportunities, threats) einer Person, Sache oder Situation.
  • SWOT-Analysen erhöhen die für glaubwürdiges Selbstbewusstsein notwendige Selbstkenntnis.
  • Die Analyse-Ergebnisse lassen sich „objektivieren“, wenn die SWOT-Analyse einmal selbst (Selbstbild) und einmal durch eine andere, näherstehende Person (Fremdbild) durchgeführt wird.

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