Stressbewältigung ist die Art, mit der ihr Körper auf die Anforderungen des Lebens reagiert. Dabei fällt auf, dass es keine gängige Definition von Stress gibt. Wenn Sie sagen oder den Eindruck haben, Sie seien gestresst, fühlen Sie sich vermutlich müde, reizbar, erschöpft, niedergeschlagen oder angespannt. Das Wort Stress wird in der Umgangssprache meist als etwas Negatives aufgefasst, obwohl Stress nicht negativ sein muss. Wie so oft ist es eine Frage der Dosierung: Ein Mindestmaß an Stress befindet sich immer in unserem Körper, andernfalls wären wir tot.
Obwohl wir Stress häufig als psychisch auffassen, handelt es sich um handfeste physische Reaktionen. Sobald wir einem stressauslösendem Reiz ausgesetzt sind, einem so geannten Stressor, wird dieser Reiz im Gehirn registriert. Das Gehirn sendet einen Befehl an den Körper, etwas zu unternehmen, was eine Reihe verschiedener Prozesse auslöst. Dies wird als Sressreaktion oder Stress-Response bezeichnet.
Wir sind als Menschen ständig Stressoren ausgesetzt und reagieren entsprechend. Einprogrammierte und erlernte Stress-Reaktionen versetzen uns in die Lage, in bestimmten Situationen besser zu funktionieren. Was von der Natur in der Grundform als nackter Überlebensmechanismus vorgesehen wurde, funktioniert auf einer höheren Ebene ähnlich. Je besser wir lernen, zum Beispiel mit Stressoren im Rahmen unseres beruflichen Alltags umzugehen, umso höher ist unsere "Überlebenschance" im Berufsleben. Wer mehr Optionen hat, auf etwas zu reagieren, kann in der Regel die bessere Entscheidung treffen bzw. sich wirksamer verhalten. Dies gilt auch für den Umgang mit Stress. Wer verschiedene mögliche Verhaltensweisen zum Umgang mit Stress gelernt und damit sein Stressbewältigungsvemrögen als Soft Skill trainiert hat, kann souveräner mit Stress umgehen.
Jeder Mensch hat eine individuelle Toleranz- (bzw. Frustrationsschwelle), ab welcher Stärke und/oder Dauer des Stresses zu hoch werden. Wird dieser Punkt überschritten, beginnen wir meist unangemessen zu reagieren, uns wie Verlierer zu verhalten und auf Lange Sicht unsere Gesundheit und sozialen Beziehungen aufs Spiel zu setzen. Um das zu verhindern, benötigt jeder Mensch ein individuelles Programm zur Stressbewältigung. Coaching und das Training von Stressbewältigungsmethoden helfen, die Zahl und Qualität der Verhaltensoptionen zu erhöhen.
Auf der mentalen Ebene von Stressbewältigungsvermögen geht es um Aspekte wie Stress als Statussymbol, Stress und Perfektionismus, Motivation und Stressresistenz, die persönliche Einstellung zu Stress und Stress-Bejahung sowie die Bereitschaft, Ursachen von Stress und nicht die Symptome zu bekämpfen.
Auf der Ebene der Modelle geht es um Grundwissen bezüglich Stress, zum Beispiel die Differenzierung zwischen physischen und psychischen Stressoren, die Rolle der sozialen Stressoren, den Ablauf einer Stress-Reaktion, das Konzept um Distress und Eustress, Konzepte wie Work-Life-Balance, das Wissen um Stress-Signale, Alpha-Entspannung, Leistungskurven u.v.a.m.
Stressbewältigungsvermögen auf der Ebene der Methoden und Techniken beinhaltet unter anderem Yoga und Autogenes Training, setzt sich mit gesunden Essgewohnheiten, ausreichender Wasserzufuhr, Atmung und Atemtechniken auseinander und betrachtet Aspekte und Zusammenhänge des Zeitmanagements, der Prioritätensetzung, der lohnenden Pause sowie Techniken wie der Hektik-Analyse, des Reframings von Stressoren sowie der elementaren Aktivität des Aufräumens sowie Schaffens von Ordnung und Überblick. |