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Gratifikationsaufschub und Impulskontrolle

Gratifikationsaufschub und Impulskontrolle - Marshmellow-Test (© Focus Pocus LTD / Fotolia)

Kurz- versus langfristige Erfolgserlebnisse

Wer langfristig Erfolg haben will, muss in der Regel auch langfristig daran arbeiten. Nur wenige Erfolge kommen durch Zufall und/oder einen „großen Knall“ von heute auf morgen. Die meisten Menschen, die scheinbar „über Nacht“ erfolgreich und berühmt wurden, habe viele Jahre zuvor hart daran gearbeitet.

Ein interessantes Konzept aus der Psychologie in diesem Zusammenhang dreht sich um die Begriffe „Gratifikationsaufschub“ und „Impulskontrolle„. Dabei geht es im Kern darum, dass wir für langfristigen Erfolg lernen müssen, auf kurzfristige Freuden, Erfolge und Zerstreuung verzichten zu können.

Wer als Kind nicht lernt, dass Menschen mitunter auch mit etwas Ausdauer an einer Sache „dranbleiben“ müssen, um zu einem späteren Zeitpunkt damit Erfolg zu haben und davon profitieren zu können, wird es in seinem Leben schwer haben, es zu etwas Größeren zu bringen. Der Grund: Solche Menschen geben sich der erstbesten Ablenkung, dem erstbesten Vergnügen oder schlichtweg (fast) jedem spontanen Gefühl und Wunsch hin. Damit verhindern sie eine konzentrierte und kontiniuerliche Arbeit an einer Sache – und machen zwar viel, realisieren aber keine Ergebnisse. Dies ist in einer Leistungsgesellschaft, die jedes Mitglied primär an seinen individuellen Resultaten misst, keine gute Strategie für Erfolg, Ansehen und hohes Einkommen.

Was bedeutet „Ausdauer“?

Ausdauer impliziert, spontane Impulse zu unterdrücken bzw. nicht jedem spontanen Impuls nachzugehen und nachzugeben. Diese Impulskontrolle findet in der Literatur oft auch das Synonym Gratifikationsaufschub. Damit ist nichts anderes gemeint, auf einen kurzfristigen Erfolg zu Gunsten eines langfristigen, größeren Erfolgs zu verzichten. Wer dazu in der Lage und gewillt ist, der hört nicht beim erstbesten Ergebnis auf, sondern macht weiter, motiviert durch das größere Ziel. Solche Menschen bringen es in ihrem Leben meist recht weit, weil sie wissen, dass sie niemals zu großen Ergebnissen und zum Beispiel einem „Klassensprung“ kommen (in jeder Bedeutung des Wortes), wenn Sie sich immer nur von kurzfristig verfügbaren Erfolgserlebnissen oder anderweitig guten und angenehmen Gefühlen leiten lassen.

Der Marshmellow-TestEin sehr interessantes Experiment zu Impulskontrolle und Gratifikationsaufschub wurde vor einer Reihe von Jahren in den USA durchgeführt und ist als „Marshmellow-Test“ vor allem durch Daniel Golemans Bestseller „Emotionale Intelligenz“ bekannt geworden. In der deutschen Taschenbuchausgabe ist auf Seite 109 genau beschrieben. Dabei wurden Kindern mit einem Teller mit zwei Marshmellows (Süßigkeiten) und der Entscheidung konfrontiert, ein Marshmellow sofort haben zu können, oder beide, wenn Sie eine gewisse Zeit warten würden. Später wurde überprüft, inwieweit sich die Entwicklung dieser Kinder vollzog. Dabei gab es das klare Ergebnis, dass Kinder, die bereits in jungen Jahren der Impulskontrolle und des Gratifikationsaufschubs mächtig waren, später bessere Leistungen erreichten. Dies zeigt den Wert einer Erziehung, welchen Kindern vermittelt, dass sich Initiative und anschließende Ausdauer lohnt.

Zusammenfassung

  • Das Konzept der Impulskontrolle beschreibt die Fähigkeit, nicht jedem spontanen Impuls und Gefühl oder kurzfristigen Vergnügungen und Ablenkungen nachzugehen.
  • Das Konzept des Gratifikationsaufschubs beschreibt den Verzicht auf ein kurzfristiges Erfolgserlebnis, gutes Gefühl oder eine Belohnung für ein größeres Erfolgserlebnis in der Zukunft.
  • Die Fähigkeit zu Impulskontrolle und Gratifikationsaufschub erleichtert ausdauernde und konzentrierte Arbeit und ist Voraussetzung für langfristigen Erfolg.

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© André Moritz, www.soft-skills.com

Siehe auch: Soft Skills und Soziale Kompetenz bei Kindern
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