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Was versteht man eigentlich unter... Stressbelastbarkeit?

Stressbelastbarkeit / Resilienz in Beruf und Alltag (© Philippe Geenen / Fotolia)

Wenn Mediziner, Soziologen, Ethnologen oder Psychologen sich mit der Stressbelastbarkeit befassen, reden sie meistens von Resilienz. Definiert wird dieser Fachbegriff für Stressbelastbarkeit als die menschliche Fähigkeit, auf erhöhte Belastungen, hohe Anforderungen oder krisenhafte Lebenssituationen angemessen und besonnen zu reagieren. Stressbelastbarkeit beinhaltet, eine gewisse Selbstfürsorge sowie effektive Problemlösungs-Strategien zur Entlastung zu entwickeln.

Stressbelastbarkeit: Unterschiedliche Definitionen

Für den Fachbegriff für Stressbelastbarkeit hat es in verschiedenen Zeiten unterschiedlich weit gefasste Definitionen gegeben (wir verwenden im Soft Skills Würfel eher durchgängig den Begriff Stressbewältigungsvermögen). Früher schrieb man beispielsweise einzelnen Menschen eine hohe Stressbelastbarkeit zu (Attribution). Durch diese angeborene oder erworbene Fähigkeit waren solche Menschen ‚einfach‘ in der Lage, in schweren Krisen ihre seelische Gesundheit zu bewahren.

Später sahen die Psychologen den Begriff „Stressbelastbarkeit“ in einem weiter gefassten Kontext – und zwar weil Menschen in jeder Lebenssituation im Vorteil sind, wenn sie eine hohe Belastbarkeit gegenüber Stressoren aufweisen. Dünnhäutige Menschen regen sich auch über Kleinigkeiten auf. Menschen mit geringer Resilienz fühlen sich am Arbeitsplatz leicht überfordert. Menschen, die aufgrund nicht verarbeiteter Erfahrungen oder Traumata zu neurotischen Verhaltensweisen neigen, können Enttäuschungen und Frustrationen nur schwer aushalten.

Stressbelastbarkeit bedeutet also, eine hohe Frustrationstoleranz zu entwickeln. Diese bringt einen krisenfesten und ausgeglichenen Geisteszustand. Menschen mit hoher Stressbelastbarkeit entwickeln kreative Strategien zum angemessenen und lösungsorientierten Umgang mit Krisen.

Der erweiterte Begriff der Stressbelastbarkeit wird heute sogar auf ganze Gesellschaften oder Bevölkerungsgruppen übertragen. Als Beispiele nennt die Wikipedia Vietnamesen oder europäische Juden in den USA. Der enge Zusammenhalt, die gemeinsame Identitätsbestimmung und die starke soziale Unerstützung in solchen Bevölkerungsgruppen kann demnach eine erhöhte Stressbelastbarkeit der gesamten Gruppe hervorbringen.

Resilienzforschung in Kürze

Begriffe wie Stresstoleranz, Stressbewältigungsvermögen oder Resilienz wurden ab den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts relevant. Den Begriff „Resilienz“ für eine hohe Stressbelastbarkeit prägte der kalifornische Psychologe Jack Block. Noch mehr wird die Begrifflichkeit der Stressbelastbarkeit aber mit den Pionierstudien der amerikanischen Forscherin Emmy Werner sowie deren Kollegin Ruth Smith verbunden. Einer der wichtigsten Schlüsse aus diesen Studien war, dass ein besser Umgang mit Stress erlernt werden kann – man können danach durch Übungen und Lernen seine Stressbelastbarkeit erhöhen. Zwar hatte es bereits vorher verschiedene Studien zu diesem Thema gegeben. Sie wurden aber in der Öffentlichkeit nicht als wichtige Schlüsselstudien wahrgenommen. Als Beispiel sind die Studien von Norman Garmezy und seiner Nachfolgerin Ann Masten – die ehemals seine Assistentin war – zu nennen.

Auch die amerikanischen Soziologen oder Ethnologen interessierten sich dafür, wie man die Stressbelastbarkeit der Menschen erhöhen könnte. Forscher wie Glen Elder, Boris Cyrulnik, Louis Henri Seukwa, Corina Wustmann, Suniya S. Luthar haben in diesem Themenkreis wichtige Erkenntnisse zur Stressverarbeitung und Stressfähigkeit beigesteuert. Einig ist man sich, dass der Grad Resilienz nicht nur von einer einzelnen Person abhängt, sondern immer von den veränderbaren Zusammenhängen beeinflusst wird, in denen diese Person steht. Starke soziale und kulturelle Bindungen, hoher Bildungsstand, aber auch soziale Intelligenz, eine gute Impulskontrolle, Beziehungsfähigkeit (vgl. auch das Schlagwort: Beziehungskompetenz) oder starkes Selbstvertrauen stärken die Stressresilienz. Man kann also seine Stressbelastbarkeit erhöhen, indem man jedem dieser Faktoren mehr Aufmerksamkeit entgegenbringt. Defizite in einigen Bereichen können durch Training überwunden werden.


YOUTUBE: Resilienz – Was die Seele stark macht – Resilienzforschung
(www.youtube.com/watch?v=T1tdCBxJI5A)


Immer mehr Stressoren wirken auf uns ein

Angesichts einer immer stressiger und komplexer werdenden Lebenswelt ist deutlich mehr Resilienz von jedem Einzelnen gefordert. Ob wir es wollen oder nicht: Wir müssen unsere individuelle Stressbelastbarkeit erhöhen, um als leistungsfähige Individuen im modernen Leben bestehen zu können. Potenzielle Stressoren wie

    • ständige Erreichbarkeit
    • häufige Überstunden
    • hoher Leistungsdruck
    • ständige Lärmbelastung
    • anhaltende Finanzprobleme
    • der Tod nahestehender Personen
    • Cybermobbing
    • ständiges Multitasking
  • zunehmende Oberflächlichkeit in Beziehungen
  • eine angsteinflößende Kriegsrhetorik
  • zunehmende Umweltschäden…

und viele andere Dinge mehr zwingen uns dazu, uns innere und äußere Rückzugsräume zu schaffen. Wir benötigen außerdem kreative Strategien, die uns helfen, mit potenziellen Problemfeldern wie Leistungsdruck, Trauer, Verrat, Ängsten oder Liebeskummer umzugehen.

Wie können wir unsere Stressbelastbarkeit erhöhen?

Die Stressbelastbarkeit zu erhöhen, gelingt uns sicher nicht, in dem wir uns phasenweise dicht machen, akute Probleme einfach aussitzen und solchen Stressoren mit Gleichgültigkeit begegnen. Wichtig ist, dass wir unsere Belastbarkeit erhöhen, indem wir unsere Persönlichkeit (siehe hier zum Thema Persönlichkeitstest) besser auf den Umgang mit Stress einstellen. Lernen wir das nicht, ist häufig ein Burn-out die Folge. Auch Depressionen (siehe auch: Umgang mit depressiven Menschen), Panikattacken, Phobien, diffuse Ängste und andere psychische Erkrankungen sind eine häufige Begleiterscheinung mangelnder Stressbelastbarkeit (vgl. das eBook „Angst verstehen“ zu den diversen Formen von Angsterkrankungen).

An Arbeitsplätzen mit hohem Konzentrations- und Leistungsdruck – zum Beispiel in der Flugsicherung – wäre es eine gute Maßnahme, wenn die Mitarbeiter regelmäßig ein Resilienztraining absolvieren könnten.

Methoden, um Stressresistenz / Resilienz zu erhöhen

Die Neigung zu neurotischen Reaktionsmustern erschwert es Menschen, die individuelle Stressbelastbarkeit zu erhöhen. Menschen, die ein geringes Selbstwertgefühl haben, lassen sich in Krisenzeiten leicht von Bedenken, Ängsten, Panik und den eigenen Gefühlen der Unzulänglichkeit überrollen. Um die Stressbelastbarkeit zu erhöhen, müssen solche Menschen lernen, anpassungsfähiger, belastbarer und kreativer zu werden. Sie müssen das Selbstvertrauen besitzen, dass auch eine Krise sie nicht aus der Bahn werfen wird (vgl. auch Selbstbewusstsein als Soft Skill im Soft Skills Würfel). Jede Krise bietet auch die Gelegenheit, an ihr zu wachsen. Krisen fordern jeden Menschen heraus, sein Potenzial zu erweitern.

Buddhistisches Geistestraining in Form von Achtsamkeits-Meditation ist ein Beispiel, wie jeder über die Jahre lernen kann, eine höhere Stressbelastbarkeit zu entwickeln (siehe auch: Achtsamkeitsübungen).

Andere Formen, die Stressbelastbarkeit zu erhöhen, bieten


YOUTUBE: Eine Beschreibung des Begriffes Resilienz von NLP Trainer Rainer Künzler
(www.youtube.com/watch?v=rNOgiq4bfrw)


Resilient sein: Resilienz Definition, Resilienzfaktoren und hilfreiche Erkenntnisse aus der Resilienzforschung

Resilienz: Definition von „resilient“, Resilienzfaktoren und hilfreiche Erkenntnisse aus der Resilienzforschung

„Resilient sein“ – was heißt das?
Der Begriff Resilienz bzw. der Ausdruck resilient sein sind zu viel genutzten Schlagwörtern geworden. Gemeint ist die Fähigkeit, auf psychischer Ebene eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber Lebensproblemen, Nackenschlägen, Stress und schicksalhaftem Geschehen …

Weitere Ansätze und Formen, Resilienz zu stärken, sind

Kognitives Verhaltenstraining zur Stressreduktion / Kognitives Stresstraining - Schema zum Trainingsablauf laut M. Schedlowski (in: M.Lauterbach, Gesundheitscoaching. Heidelberg 2005 | gefunden unter: http://www.mentalmed.de/blog/archives/29-Kognitive-Verhaltenstherapie-zur-Stressbewaeltigung.html; heute nicht mehr online)

Kognitives Verhaltenstraining zur Stressreduktion / Kognitives Stresstraining – Schema zum Trainingsablauf laut M. Schedlowski (in: M.Lauterbach, Gesundheitscoaching. Heidelberg 2005 | gefunden unter: http://www.mentalmed.de/blog/archives/29-Kognitive-Verhaltenstherapie-zur-Stressbewaeltigung.html; heute nicht mehr online)

Die Erkenntnis der modernen Psychologie lautet: Je weniger Stressbelastbarkeit oder je mehr Vulnerabilität jemand aufweist, desto eher ist er in Gefahr, eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Davon abgesehen, sind auch Stresserkrankungen wie hoher Blutdruck oder Herzrasen eine mögliche Folge.

Selbstmanagement oder Hilfestellung?

Ohne die Stressbelastbarkeit zu erhöhen, wird man bei bereits angeschlagener Gesundheit oder seelischer Überlastung nicht zurechtkommen. Die steigende Zahl psychischer Erkrankungen und Burn-out-Diagnosen sollte zu denken geben.

Wer sich nicht zu effektivem Selbstmanagement in der Lage sieht, durch sinnvolle Strategien wie ein Stehaufmännchen aus Problemen hervorzugehen, sollte sich bei den ersten Anzeichen mangelnder Resilienz fachkundige Hilfe holen.

Es ist eine Frage der Übung, Stressoren als solche zu erkennen und ihre fatale Wirkung auf Psyche oder Körper zu erkennen. Außerdem kann jeder interessierte Mensch schrittweise lernen, besser mit Druck umzugehen. Es ist in diesem Zusammenhang wichtig, sich nicht mehr mit jedem Ärger zu identifizieren, Kritik kreativ zu verwerten und gelassener mit Krisen umzugehen. Auch gibt es interessante Zusammenhänge zwischen guter Motivation und Stressresistenz. Siehe auch: Wirkung von Stress – negativ wie positiv.

Die interessante Frage in diesem Kontext ist aber, wie weit man seine individuelle Stressbelastbarkeit erhöhen sollte, bevor man seine persönliche Grenze ziehen muss. Es kann nicht darum gehen, seine Stressbelastbarkeit endlos auszudehnen, um immer unerträglichere Arbeits- oder Lebensbedingungen auszuhalten. Manchmal ist es einfach besser, einen stressigen Job zu kündigen, als sich dem übermäßigen Leistungsdruck in einem frustrierenden Arbeitsumfeld anpassen zu wollen (siehe hierzu auch die lehrreichen Ausführungen im Buch „GSK – Gruppentraining Soziale Kompetenz“, konkret im Kontext des Teilkapitels „Situationale Überforderung“).

Dass es in einer komplexen Lebens- und Arbeitswelt notwendig ist, seine Stressbelastbarkeit zu erhöhen, oder sein Selbstvertrauen zu stärken, steht außer Frage. Interessant ist allerdings die enorme Stressbewältigungsfähigkeit unter buddhistischen Mönchen und Nonnen. Viele Ordinierte, die jahrelang unter extremen Bedingungen, bei Folter, Hunger und Kälte, in chinesischen Lagern interniert waren, fanden im Buddhismus die geeigneten Mittel, ihren Geist nach jahrelangem Training frei von jedwedem Stress zu halten. Ob diese Fähigkeit zur Resilienz allerdings auch im Leben von Nicht-Ordinierten verwirklicht werden kann, bleibt dahingestellt. Die inneren und äußeren Konditionen und das, was man als Individuum an potenziellen Fähigkeiten und antrainierten Strategien mitbringt, müssen eben stimmen.

YOUTUBE: Wie Sie Ihr Selbstvertrauen erhöhen – Resilienz stärken | WEGSCHMIEDE
(www.youtube.com/watch?v=lKHOHcZLNug)

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Mehr zum Thema Resilienz in einschlägiger Fachliteratur:

Unter Resilienz versteht man die psychische Widerstandsfähigkeit oder die Kompetenz, unter Rückgriff auf persönliche und soziale Ressourcen Krisen positiv zu bewältigen. Resilienz ist damit eine Art »Dach-Konzept«, unter dem sich verschiedene, in Tabelle 5.1 aufgeführte gesundheitsförderliche Persönlichkeitsmerkmale vereinen.

Gesundheitsförderliche Merkmale
  • Optimismus: Inhaltlich generalisierte und zeitlich stabile Tendenz, positive Ereignisse im Leben zu erwarten
  • Selbstwirksamkeitsüberzeugung: Überzeugung, ein bestimmtes Verhalten selbst mit Erfolg umsetzen zu können
  • Hardiness: Widerstandsfähigkeit gegenüber längeren Belastungssituationen
  • Kohärenz und Sinnerleben: Überdauerndes und zugleich dynamisches Gefühl des Vertrauens, dass innere und äußere Ereignisse strukturiert, vorhersehbar und erklärbar sind und die erforderlichen Ressourcen verfügbar sind, um diese Herausforderungen aktiv zu bewältigen
Stressverschärfende Einstellungen
  • Perfektionismus: Starkes Bestreben, möglichst alles in der Umgebung unter Kontrolle zu haben
  • Arbeitssucht: Unaufhörlicher Drang, ständig arbeiten zu müssen oder ständig an die Arbeit denken zu müssen
  • Enttäuschte Erwartungen: Frustration (zu) hoch gesetzter berufsbezogener, anfangs oft idealistisch geprägter Erwartungshaltungen

Gefunden auf Seite 95-96.

Ein wesentlicher Faktor für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist die persönliche Fähigkeit, mit belastenden Situationen und Krisen umzugehen – die sog. Resilienz.

(...)

Jeder Betroffene bringt unterschiedliche persönliche Voraussetzungen für den Umgang mit belastenden Situationen mit. Entscheidend ist die sog. Resilienz, d. h. die individuelle Fähigkeit zur Stress- und Krisenbewältigung. Wunsch (2013, S. 215) beschreibt die individuelle Selbstwirksamkeit wie folgt: »Die vom Einzelnen gefühlte Überzeugung, über eigene Kompetenzen zu verfügen, die subjektive Einschätzung der Fähigkeit, Aufgaben und Krisen bewältigen zu können, äußert sich im Umfang der individuellen Selbstwirksamkeit.«

Resiliente Menschen …
  • bleiben auch in Krisensituationen handlungsfähig. Sie steuern ihre Gefühle und ihre Aufmerksamkeit bewusst. So werden hohe Belastungen nicht als lähmender Stress, sondern vielmehr als aktivierende Herausforderung angesehen.
  • sind davon überzeugt, dass alle Geschehnisse zu einem guten Ende führen werden. Sie blicken eher optimistisch in die Zukunft und sehen das »Glas als halbvoll statt als halbleer« an. Wenn mal etwas nicht in ihrem Sinne läuft, bewerten sie dies eher als einzelnen Vorfall und erwarten trotzdem bei nächster Gelegenheit wieder einen Erfolg.
  • gehen kreative Wege auf der Suche nach Lösungsansätzen. Einerseits analysieren sie genau die Ursachen und identifizieren die Problemfaktoren detailliert, andererseits denken sie bei ihren Lösungsansätzen an die Zukunft und können neue Strategien entwickeln.
  • denken nicht nur ans Hier und Jetzt. Sie betrachten auch langfristige Entwicklungsmöglichkeiten und sind in der Lage, sich realistische Ziele zu setzen. Sie sind gut darin, einen Plan »B« zu erarbeiten.
  • bewahren einen kühlen Kopf. Sie widerstehen Impulsen und sind in der Lage, kontrolliert und überlegt zu reagieren. Sie haben keine Probleme mit gelegentlichem »Gratifikationsverzicht«, d. h. eine umgehende Belohnung für ihr Handeln zugunsten einer Belohnung in der Zukunft einzutauschen.
  • glauben an sich. Sie haben ein gut ausgeprägtes Selbstvertrauen und verlassen sich auf die eigenen Fähigkeiten. Sie lehnen die Opferrolle für sich ab und handeln lieber statt zu jammern. Durch ihre Tatkraft und ihr Selbstvertrauen überzeugen sie auch andere Menschen. 5 verfügen über ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten. Sie verfügen über ein umfassendes Netzwerk, das ihnen Unterstützung und Trost gibt. Sie sind gut darin, Kontakte aufzubauen und zu pflegen (Wirtschaftswoche online 2009).
(...)

Gefunden auf Seite 2; 98-99.

(...) Diejenigen aber, denen vorher bewusst gemacht wurde, dass sie Mitglied vieler verschiedener Gruppen sind (nämlich mindestens der fünf, an die sie denken sollten), hielten wesentlich länger durch. Eingebundensein in viele soziale Gruppen kann also die Resilienz steigern, d. h. die Fähigkeit, auch unangenehme Ereignisse auszuhalten und mit ihnen fertig zu werden.

Gefunden auf Seite 77.

Was zeichnet derart widerstandsfähige Menschen aus? In der psychologischen Forschung geht man inzwischen davon aus, dass Resilienz auf sieben Säulen ruht:
  1. Optimismus: die Überzeugung, dass Krisen und Tiefs vorbeigehen und überwunden werden können, sowie das Zutrauen, in herausfordernden Situationen eine Lösung zu finden.
  2. Akzeptanz: die Fähigkeit, schmerzliche Tatsachen anzunehmen und ihnen ins Auge zu blicken, statt sie zu leugnen oder zu verdrängen.
  3. Lösungsorientierung: die Fähigkeit, den Blick auf mögliche Lösungen zu richten, statt vorwiegend zu klagen oder sich in Problemen zu verstricken.
  4. Verlassen der Opferrolle: die Fähigkeit, sich auf sich selbst und seine Möglichkeiten zu besinnen, statt anderen die Schuld für die eigene Situation zuzuweisen.
  5. Verantwortung: die Bereitschaft, die Verantwortung für sein Handeln, sein Denken, seine Gefühle – kurz: für das eigene Leben – zu übernehmen.
  6. Netzwerkorientierung: die Fähigkeit, stabile soziale Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen, die einen bei den Wechselfällen des Lebens unterstützen und auffangen.
  7. Zukunftsplanung: die Bereitschaft und Fähigkeit, auf der Basis einer realistischen Einschätzung der eigenen Situation die Initiative zu ergreifen, sich machbare Ziele zu setzen und diese konsequent anzugehen, daneben die Umsicht, sich auf die Wechselfälle des Lebens vorzubereiten (vgl. hierzu Rampe 2010; Gruhl 2014).
Die eigene Resilienz kann man stärken, indem man seine Einstellungen und Lebenshaltungen reflektiert und ...

Gefunden auf Seite 172.

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