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Was versteht man eigentlich unter... Kausalattribuierung (Ursachenzuschreibung)?

Ursache und Wirkung im Zusammenspiel - was ist Ursache, was ist Effekt, was Rückkopplung? (© filipefrazao / Fotolia)

Der psychologische Begriff der Kausalattribuierung bezeichnet den Prozess der Ursachenzuschreibung von Personen bei Erfolg oder Misserfolg bei einer bestimmten Leistung. Die Ursachen dafür können entweder intern oder extern sein, d.h. auf eigenen Fähigkeiten und eigener Anstrengung oder Schwierigkeit des Problems und Glück beruhen.

Diese Kausalattribuierungen sind von Person zu Person unterschiedlich und haben großen Einfluss auf das Selbstwertgefühl und die Lern- und Leistungsmotivation einer Person. So führen erfolgszuversichtliche Personen ihren Erfolg auf die eigene Begabung und Anstrengung zurück, während misserfolgsmeidende Personen ihren Erfolg eher darin sehen, dass sie Glück gehabt haben oder die Aufgabe leicht war. Umgekehrt liegt es für erfolgszuversichtliche Personen an mangelender Anstrengung oder Pech, wenn sie eine Aufgabe nicht meistern können. Misserfolgsmeidende Personen schreiben dies ihrer eigenen mangelnden Fähigkeit zu.

Kausalattribuierungen können so als Instrument der Motivationsdiagnostik im psychologischen und pädagogischen Bereich eingesetzt werden, z. B. in der Weiterbildungsberatung oder bei der Personalbeurteilung. Denn je nachdem, wie erfolgszuversichtlich eine Person ist, wird sie neue Lernaufgaben eher als Herausforderung oder Bedrohnung ansehen. Coachings oder Beratungen können zudem misserfolgsmeidenden Personen dabei helfen, ihre Kausalattributierung zu verändern, um ihr Selbstwertgefühl zu steigern und ein realistisches Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten aufzubauen. Vgl.: Selbstwertgefühl steigern

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