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Automat, Dilemma und Entscheidungsfreiheit

Echte Entscheidungsfreiheit braucht 3 Alternativen (© andrew7726 / Fotolia)

Echte Entscheidungsfreiheit braucht drei Optionen

Entscheiden hat etwas mit dem Auswählen von Optionen zu tun. Wer keine Optionen hat, hat keine Wahl und kann/muss somit nicht entscheiden. Viele Modelle und Methoden aus dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung – zum Beispiel das NLP (Neurolinguistisches Programmieren) – basieren auf der Vorannahme, dass es für einen Menschen besser ist, eine hohe Zahl von Optionen zu haben als eine niedrigere Zahl.

Qual der Wahl?

Der Volksmund spricht dem entgegengesetzt häufig von der „Qual der Wahl“, doch wer länger und ernsthaft darüber nachdenkt, kommt letztlich zu dem Schluss, dass die Steigerung der Handlungsalternativen eines Menschen trotz des damit verbundenen Entscheidungszwangs für und gegen bestimmte Dinge diesen Menschen reicher macht.

Die richtige Zahl von Alternativen

Ein interessantes Modell bezüglich der „richtigen Anzahl“ der Alternativen, die in Entscheidungsprozessen mindestens einbezogen oder kreiert werden sollten, geht davon aus, dass wir mindestens drei Alternativen brauchen.

  • Haben wir nur eine Option, sind wir ein Automat – wir können und müssen nicht entscheiden. Was wir tun, ist vorgegeben. Es gibt keine Alternativen, keinen Ausweg, keine Optionen.
  • Verfügen wir über eine Alternative, d.h. zwei Optionen, besteht das erste Mal die Möglichkeit, zu entscheiden. Da sich Optionen häufig gegenseitig ausschließen, stehen wir aber oftmals vor einem so genannten Dilemma. Es fällt (zu) schwer festzustellen, welche nun die bessere Alternative ist.
  • Aus diesem Grund empfiehlt es sich immer, jeder Entscheidung drei Optionen zugrunde zu legen, wo immer dies möglich ist. Nur wenn wir drei Optionen haben, besitzen wir ein Mindestmaß echter Freiheit. Nur mit drei Optionen können wir erkennen, welche Alternative wirklich besser ist.

Der Vorteil an (mindestens) drei Optionen: Typischerweise kristallisiert sich immer eine von drei Möglichkeiten heraus, welche gegenüber den zwei anderen (scheinbar) besser ist. Eine Option dominiert die anderen beiden und es ist für den Entscheidenden somit klar(er) zu erkennen, ob bzw. welche Alternative in seiner Situation gut ist. Das Dilemma aus zwei Optionen bietet diesen Vorteil nicht. Hier gäbe es nur ein Entweder-Oder und die eine Entscheidung schließt die andere (meist) aus.

Zusammenfassung

  • Wer nur eine Option hat, handelt wie ein Automat.
  • Wer zwei Optionen hat, steht vor einem Dilemma.
  • Echte Entscheidungsfreiheit ist durch die Wahl zwischen mindestens drei Optionen gekennzeichnet.

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